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Kaiser Wilhelmsland.
wenn nicht durchaus gesund, so doch ungleich besser als alle unsere afrikanischen Kolonien.
Das trifft zweifellos nicht zu, und man kann wohl mit derselben Berechtigung wie in unseren afrikanischen äquatorialen Besitzungen, wenigstens in Kaiser Wilhelmsland die bisherigen Kulturstätten als große Kirchhöfe bezeichnen.
Nicht alle Plätze sind gleich ungünstig, aber es giebt weder in Kaiser Wilhelmsland noch im Bismarck -- Archipel einen Platz, der etwa als „malariafrei" bezeichnet werden kann. Nach den neuesten Untersuchungen des Geheimrats Koch war an fast allen von ihm besuchten Plätzen auch das Blut noch kleiner Eingeborenenkinder schon von Malariaplasmodien infiziert.
Kaiser Wilhelmsland hat gegen die afrikanischen Malariagegenden noch den Nachteil, daß sich die Fieberanfälle in sehr kurzen Zwischen- räumen wiederholen, dagegen im allgemeinen weniger Neigung zeigen, die schweren Formen — Schwarzwasserfieber — anzunehmen. Im Bismarck-Archipel treten Fieberanfälle ungleich seltener auf — meist in monatelangen Zwischenräumen — aber im Verhältnis zu der Zahl der Fälle überhaupt ist gegen das Festland von Neuguinea mehr Neigung zu den schweren Formen. In den Bergen werden sich wahrscheinlich malariafreie Regionen finden lassen; doch ist schon jetzt als sicher anzunehmen, daß diese erst in bedeutender Höhe vorhanden sein werden.
Die Missionsstation Sattelberg in einer Höhe von 970 m über dem Huon-Golf ist zwar ungemein gesünder als das Flachland, aber keineswegs fieberfrei; dafür macht sich dort als eine Folge der häufigen Nebel und kühleren Nächte eine Neigung zu rheumatischen Leiden wohl nicht gerade so direkt gefährlich, aber jedenfalls noch unangenehmer als die Malariaanfälle bemerkbar.
Am ungesundesten sind die niedrigen Küstenstriche, und als die
minderwertigsten gelten die mit Mangrove umsäumten Einbuchtungen,
wie z. B. Friedrich Wilhelmshafen.
Urwald bei Friedrich Wilhelmshafen.l)
In dem äußersten, westlichen, verschmälerten, zipfeligen Ende des Hafens, der hier Korallenriffe zeigt und nur mit Boot passierbar ist, setzt ein schmaler Kanal in die Tiefe des Urwaldes hinein. Wir befuhren
ihn im Boot, blieben aber bald sitzen und überzeugten uns, daß hier
keine Flußmündung sei. Das Wasser war brackig und in dem Dickicht der Nipapalmen, deren Wedel überall den Weg versperrten, kaum durchzudrängen. Dabei rührte in dem fast stagnierenden Wasser jeder Ruderschlag neue moderige Dünste verfaulender Pflanzenstoffe auf; eine rechte
') vr. O. Finsch: „Samoafahrten", S. 53.