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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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1)) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

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-allen sanitären Anforderungen entsprechend gebaut. Andere Orte des Gebietes sind Litsun, Tsangkou, Syfang. In der neutralen Zone liegen Kiautschou, das wohl noch volkreicher als Tsingtau ist, längst aber seine Bedeutung an diesen Ort abgetreten hat, ferner Tsimo und an der Bahn Kaumi. Das Mecklenburghaus im Lauschau ist eine Erholungsstätte für die Bewohner Tsingtaus, für seine Besatzung und die Mannschaft des dort stationierten Kreuzergeschwaders.

b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher

Das Lauschan-Gcliirge.st

Vor uns erhoben sich die Granit- und Gneismassen des Lauschan- Gebirges in unbeschreiblicher Wildheit und in solcher Kühnheit der Formen, in solcher Oede und Abwesenheit jedweder Vegetation, daß jeder sie gewiß für viel höher halten würde, als sie wirklich sind. Aber darüber fehlen alle genaueren Angaben, denn eine Besteigung der einzelnen Spitzen oder gar eine Aufnahme dieses Gebirgsstockes ist niemals ausgeführt worden. Die einzigen halbwegs zuverlässigen Karten sind die englischen Seekarten, wenigstens was die Küstenentwickelung betrifft, und auf diesen Karlen ist die höchste Spitze mit etwa 3500 engl. Fuß angegeben. Die höchste Er­hebung bildet einen massigen, von der Küste etwa 10 km entfernten Stock, welchem die Chinesen den Namen Lau-Ting gegeben haben. Ting heißt im Chinesischen der Rangknopf anf den Hüten der Mandarine und würde im Deutschen in Bezug auf Berge etwa mit Kulm übersetzbar sein, während das WortSchan" Berg oder Gebirge bezeichnet. Aber war der Lau- Ting, den wir von dieser westlichen Seite des Gebirges aus sahen, wirklich der höchste des ganzen Lauschan, oder nur der höchste auf dieser Seite? Wolken umzogen die majestätische, dunkelbraune Spitze, Wolken hingen auch wie Baumwolle an den Seiten der zahllosen andern Spitzen, die wie gotische Türme über den Hauptgrat des vom Meere aus in nordwestlicher Richtung laufenden Gebirgszugs sich erheben. Gegen das Meer fällt der Grat steil ab, und die Brandung umspült die ungeheuren Trümmer, welche ihm vorgelagert sind. Nirgends ist die geringste Spur von Baumwuchs oder auch nur Gras oder Sträuchern zu entdecken, nirgends eine Spur von Erde, nirgends ein Fluß, ein Gebirgsbach oder auch nur eine Quelle.

Die steilen Hügel bis hinauf an die höchsten, so kühn aufstrebenden Felsnadeln sind mit gewaltigen Steintrümmern bedeckt, jede einzelne Höhe ist vielfach gespalten und geht der Zerbröckelung entgegen. Die Regen­fluten haben tiefe Schluchten in diese dunkelbraunen, kahlen Massen ge­rissen, und zur Regenzeit, wenn die Wassermassen in großen Sätzen über die Trümmer und Felsstusen Herabströmen, muß der Lauschan von der von Hesse-Wartegg:Schantung und Deutsch-China", S. 38.