IV. Togo
a) Allgemeine Beschreibung des Landes.
Lage und Erwerbsgeschichte.')
Togo, unsere kleinste afrikanische Kolonie (87 200 4 km), ist mehr als doppelt so groß als Schlesien, liegt an der Sklavenküste, im Osten durch den Mono von der französischen Dahomekolonie, im Westen durch den Volta von der englischen Goldküste geschieden. An der Küste 52 Km breit, erstreckt es sich in fächerartiger Entfaltung bis zum 11. Grade nördlicher Breite.
Aus das Ersuchen von Bremer Kaufleuten, welche infolge englischer Umtriebe von den Eingeborenen in ihrem Handelsbetriebe gestört wurden, schloß Dr. Nachtigal im Auftrage der deutschen Regierung am 5. Juli 1884 mit dem Oberhäuptling von Togo ein Schutz- und Trutzbündnis ab. Allmählich wurde die deutsche Herrschaft in das Innere des Landes vorgeschoben und zunächst in Verhandlungen mit England ( 1 . Juli 1890 und 1904) und Frankreich (24. Dezember 1885 und 9. Juli 1897) die Ost- und die Westgrenze festgelegt. Der Wunsch, im Norden den Niger zu erreichen, führte zur Entsendung der Togo-Expedition unter Dr. Grüner (1895), der es auch gelang, mehrere wichtige Verträge mit Häuptlingen des Hinterlandes abzuschließen, so daß bei den darauf folgenden Verhandlungen mit England und Frankreich die deutsche Nordgrenze wenigstens bis an das Gebiet von Pama und Gurunsi vorgeschoben werden konnte (9. Juli 1897).
Bodengestalt. Bewässerung.
Der Strand der flachen Küstenregion ist durch die hier besonders starke und gefährliche Brandung (Calema genannt) aus angetriebenem hellfarbigem Sande aufgebaut worden. Eigentliche Häfen fehlen, auch der Hauptort Lome besitzt nur eine ungeschützte Reede; zur Erleichterung der Landung ist hier 1905 eine 300 m lange Landungsbrücke über die Brandung hinweg erbaut worden. An den 50—200 Schritt breiten Sand- streifen der Küste schließt sich ein etwas höherer, mit unentwirrbarem Dornbuschdickicht und einzelnen Kokospalmen bestandener ^ bis IV 2 kni breiter Damm an, der aus salzdurchtränktem Sandboden besteht und von schmalen Negerpfaden, durchschnitten ist.
') Siehe Seite 106.
Seidel, Koloniales Lesebuch. S. Aufi.