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Kamerun.
die allein solchen gewaltigen Anprall aushalten könnten, nicht verstehen, so haben sie die Aufgabe eines auch in der schlimmsten Regenzeit auf beiden Ufern ungehindert offen zu erhaltenden Verkehrs auf eine ebenso erfinderische wie einfache Weise durch Anfertigung von Lianenhängebrücken gelöst. Zur Befestigung dieser Brücken dienen je zwei auf den beiden Ufern sich gegenüberstehende Bäume. In der Höhe, in der man die Brücke über das Wasser führen will, sind die beiden Bäume des einen Ufers durch schenkelstarke, an hierzu geeigneten Aesten befestigte Querbalken miteinander verbunden. Diese Querbalken tragen ein von Ufer zu Ufer aus etwa 10 Lianen gedrehtes Seil von 10 Centimeter Durchmesser, die eigentliche Brücke, die in dieser Gestalt wie das gespannte Tau eines Seiltänzers aussieht; zu den oft 3 bis 4 Meter hoch über dem Erdboden befindlichen Querbalken führt eine Art breiter Hühnerleiter. Um aber auch den Händen einen Halt zu geben, sind gleichzeitig auf jeder Seite des Seiles in Schulterhöhe wieder zwei gleichlaufende dünnere Lianentaue etwa in Meterabstand gespannt und mit dem Hauptstrang durch senkrechte Stäbe und Lianen, die in spitzem Winkel sich unter dem Hauptstrang treffen und untereinander wieder verknüpft sind, verbunden, so daß eine Art Netz entsteht, worin die eigentliche Laufbrücke zu liegen scheint. Um beim Hinübergehen das Zusammenklappen der beiden Geländer zu verhüten, sind in Abständen von einigen Fuß jedesmal außen an den oberen Seitenlianen starke Baumgabeln befestigt, die sich herzförmig um das Flechtwerk und die Laufbrücke legen.
So lange die Brücken gut im stände sind, ist der Uebergang leicht, wennschon bei Ungeübteren das starke Hin- und Herschwankeu Schwindel erzeugen kann. Mehr wie zwei Mann dürfen zu gleicher Zeit die Brücke nicht betreten und das Ueberschreiten erfordert stets etwa 2 bis 3 Minuten.
In diesen Gegenden zahlt man den Eingeborenen nichts für die Benutzung der Brücke, vielmehr besteht eine Verpflichtung für die Dorfgemeinde, im Interesse des öffentlichen Verkehrs die Brücken in gutem Zustande zu erhalten. Verunglückt ein Mann infolge einer mangelhaften oder gänzlich abgerissenen Brücke, wie ich den Fall erlebt habe, so haftet die Dorfgemeinde, auf deren Gebiet das Unglück vorgefallen, und hat für den Umgekommenen Schadenersatz an dessen Stamm zu leisten.
Die Anfänge der Basler Mission in Kamerun?)
Am 23. Dezember 1886 landeten die ersten Basler Brüder in Bethel. Es waren die drei Württemberger Gottlieb Münz mit seiner jungen Frau, Christian Dilger und Johannes Bizer und der Badenser Friedrich Becher. Münz, der schon drei Jahre auf der Goldküste gearbeitet hatte, sollte das Unternehmen leiten. Schon unterwegs war
') Paul Eppler: „Geschichte der Basler Mission 181K-1899", S. 35b.