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Kamerun.
Pflanzung erfolgt beim Kaffee sowohl wie beim Kakao durch Auslegen der Bohnen, nachdem der Urwald während der Regenzeit gefällt und zu Schluß der Trockenzeit niedergebrannt ist.
Die Kultur des Kakao.*)
Die Aussaat der Kakaobohnen erfolgt entweder im Ausgang der Regenzeit (Oktober, November) oder zu Beginn derselben (im April). Es werden gewöhnlich drei Bohnen ca. 2 em tief in ein Loch gelegt, und später entfernt man die schwachen Pflanzen und läßt die stärksten stehen. Um die junge Kakaopflanze in den ersten Jahren durch Beschattung vor den sengenden Sonnenstrahlen zu schützen, giebt man den Kulturen eine Deckfrucht, am liebsten die Platane, auch große Banane, Pferdebanane oder Plante genannt. Außerdem sorgt man für Schutz gegen glühende Sonne und gegen Stürme, indem beim Waldschlag und Waldbrand große, kräftige Urwaldstämme von Axt und Feuer verschont bleiben. Durch eine richtige Schattenspende kann man sehr zu einer gedeihlichen Entwickelung der jungen Kulturen beitragen. Eine junge einjährige Kakaopflanzung bietet sich zunächst dar als ein buntes Durcheinander von meterhohen, angebrannten Baumstümpfen, modernden Baumstämmen und Aesten, Planten und überragenden stattlichen Palmen nebst kräftigen, stämmigen Urwaldriesen mit breiten belaubten Kronen. Dazwischen sprießen dann im Geviert die jungen Stämmchen des Kakao, welche zu wiederholten Malen im Jahre mit dem Buschmesser, dem sogenannten Cutlaß, von dem überwuchernden Unkraut und Busch befreit werden müssen. Erst nach mehreren Jahren — weiche Hölzer zerfallen bereits nach ein bis zwei, harte Stämme oft erst nach acht bis zehn Jahren — ändert sich das anfänglich wirre Bild und dann gewinnen die Kakao- bäumchen die Oberhand; sie unterdrücken alsdann Unkraut und Busch, wenngleich auch noch immer der Reinigung bedürftig.
Steht die Kultur zu dicht, so wächst sie 3 bis 4 m hoch, steht sie lichter und normal, dann wachsen die Bäume mehr in die Breite und erleichtern dadurch die Erntearbeiten. Der Stamm des Kakaobäumchens ist weißgrau und ähnelt in der Farbe dem unserer Birke. Unmittelbar an dem Stamm und den vorjährigen Zweigen sproßt die zarte, weißliche Zwitterblüte an einem schwachen Blütenstengel, aus welcher sich eine birnenartige Frucht entwickelt, die jedoch an beiden Enden etwas gurken- artig ausläuft. Innerhalb der Birne liegen im Fruchtmark die wertvollen Bohnen. Von den vielen Blüten, welche der Kakaobaum treibt, gelangt kaum der vierte Teil zur Frucht. Die Hauptblütezeit fällt in den März und April; die Fruchternte erfolgt von August bis Dezember; im Januar und Februar findet dann noch eine Nachlese statt.
i)'Prof. Dr. Wohltmann: „Der Plantagenbau in Kamerun", S. 23ff.