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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Kamerun.

regelrechten Schlächtereien die Rede. Wer von einem der Eingeborenen ein Stück Schlachtvieh erstanden, dem liegt es zunächst ob, sich dasselbe unter Führung des Besitzers selbst im Busch aufzusuchen und zu er­legen. Die von den Eingeborenen eifrig betriebene Fischerei liefert ziemlich reichlichen Ertrag; die Gebirgsbäche und das Meer enthalten zahlreiche eßbare und auch für den Europäer schmackhafte Arten; in den dem Tief­land angehörigen Unterläufen der Flüsse sind solche selten.

Der Boden am Kamerungebirge.

Wer diesen nährstoffreichen, mürben, milden und tiefgründigen Boden und die Vegetation, welche er trägt, gesehen hat, wird gestehen müssen, daß man in der ganzen Welt suchen muß, um eine ähnliche Güte der Natur wiederzufinden. Und derartiger Boden ist am Kamerun- gebirge nicht vereinzelt anzutreffen, sondern in weiter Ausdehnung.

Ja selbst die schlechtesten Böden der Bimbia-Plantage besitzen noch einen derartigen Reichtum au Pflanzennährstoffen, daß sie, abgesehen vom Kalkgehalt, unsere heimischen Böden und insbesondere auch die meisten ostafrikauischen Böden bei weitem überflügeln. Wenn es noch nötig wäre, die Güte des Bodens und Klimas am Kamerungebirge näher zu belegen, so braucht man nur den Urwald und die Pflanzungen der Eingeborenen daselbst zu betrachten wie auch auf meinen photo- graphischen Aufnahmen zu ersehen ist um in Staunen über die Frucht­barkeit des Landes auszubrecheu. Ich würde dies nicht so stark betonen, wenn man nicht bei der allgemeinen Unkenntnis, welche in Deutschland über unsere Kolonien selbst in den gebildeten Kreisen noch herrscht, noch häufig auf die Ansicht stieße, daß Kamerun gleich Südwestafrika eine öde verlassene Sandwüste sei.

Man muß sich in der That wundern, wie es möglich ist, daß der hohe Wert Kameruns als Plantagenland so lange verschleiert blieb, und das um so mehr, als doch diese herrlichen Ländereien unmittelbar am Meere gelegen sind, so daß die Verschiffung der Produkte auf das leichteste und billigste bewerkstelligt werden kann. Das Dampfschiff ankert un­mittelbar zu Füßen der Plantagen, kaum U 2 bis 1 km von denselben entfernt. Wir haben am Kamerungebirge genau dieselbe Gunst der Ver­hältnisse, wie sie auf der nicht weit entfernten portugiesischen Insel St. Thome vorliegt, die als eine der blühendsten Plantagenkolonien der Welt zu bezeichnen ist.

Die Bimbia-Pflanzung. 2) «.

In dieser ersten Pflanzung ist der Beweis geliefert, welche groß­artige Zukunft der Plantagenbau am Kamerungebirge haben wird. Die

0 Pros. Dr. Wohltmann:Der Plantagenbau in Kamerun", S. 18ff.

2 ) Pros. Dr. Wohltmann:Der Plantagenbau in Kamerun", S. 20ff.