d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.
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hatten wir denn den eigentlichen Urwaldgürtel hinter uns und befanden uns an der Grenze des Wald- und Graslandes auf der vorgeschobensten Station in Jnner-Kamerun.
Ein Gottesgericht.,)
Es handelte sich dabei um eine Frau; der Ort der Handlung war Sambu, ein Dorf nicht fern der Kongomündung. Ich begab mich aus Neugierde schon in aller Frühe zur Gerichtsstelle. Schon von weitem hörte man den Klang der Trommeln, und bald befand ich mich auf einer Lichtung im Walde, wo man einen kreisrunden Platz vom Grase gereinigt hatte. Vorläufig — die Sonne war eben aufgegangen — befand sich nur der Zauberer mit seinen Gehülfen da. Inmitten des kreisrunden Platzes waren vier Palmblattrippen von etwa ll /2 ni Länge in die Erde gesteckt und bezeichneten ein Rechteck. Die kurzen Seiten des Rechtecks waren durch einen Palmblattstreifen verbunden, von welchen in kleinen Zwischenräumen dreimal drei schmale, etwa IV 2 ^ lange Palmstreifen herabhingen. An der einen Ecke, wo sich einige Körbe, Geräte des Zauberers enthaltend, befanden, steckte ein alter Kavalleriesäbel in der Erde. Allmählich sammelten sich um den Platz Gruppen von Eingeborenen, Frauen, Männer und Kinder. Endlich erschien die Angeklagte und nahm ein wenig seitwärts von der Richtstätte Platz.
Es war ein vielleicht 28 bis 30 Jahre altes Weib, von ihrer jungen Tochter begleitet; beide hatten das Gesicht mit roter Farbe bestrichen. Der Zauberer begann nun unter dem dumpfem Rasseln der Trommeln den Richtplatz zu umtanzen, den Kavalleriesäbel schwingend und geheimnisvolle Worte murmelnd. Dann setzte er ein das Gift bergendes Körbchen vor dem Osteingang der Richtstätte auf die Erde, kniete davor nieder, bestrick) sein Antlitz und küßte dreimal den Boden; dasselbe wiederholte er am anderen Eingänge; dann tanzte er wieder umher quer durch die Richtstätte, dabei immer unverständliche Worte vor sich hinsummend. Aus ein Zeichen von ihm schwieg die Musik, die Angeklagte zog sich mit den Frauen weiter in den Hintergrund zurück, und nun begann der Zauberer mit den Gehilfen die Zubereitung des Giftes.
Ein handgroßes Stück Rinde wurde aus dem noch reichen Vorrat des Korbes genommen, sorgsam gereinigt und abgewaschen, in Stücke geschnitten und auf einer Steinplatte, die von vielem Gebrauche bereits ausgehöhlt war, mit einem runden Stein zu feinem Pulver zerrieben. Dieses braune Pulver wurde alsdann angefeuchtet und aus dem Brei drei Kugeln von der Größe eines kleinen Hühnereies geballt. Die Kugeln blieben auf der Steinplatte unter einem weißen Tuche liegen.
r) E. Zintgraff: „Nord-Kamerun", S. 19 ff.