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Kamerun.
Kinder mit Pisangs, Hühnern und Ziegen, die Frauen oft mit großen Kiepen auf dem Rücken voll Erdnüsse, Jams oder Kassada. Vorsichtig gingen sie an das Dorf heran, ließen erst den Gesamteindruck etwas auf sich wirken, um sofort von irgend einem Soldaten oder Träger herangewinkt zu werden, der ihnen ein Bund kleiner Perlen oder ein Stück Zeug zeigte, um in der Zeichensprache, die alle Neger meisterlich verstehen, den Markt zu eröffnen. Daß schon öfter weiße Männer durchgekommen waren, sah man daran, daß Frauen und Kinder, die einen besonders schönen Hahn, ein Ei, eine Ananas oder Honig hatten, sich stets so stellten, daß sie vorn Zelt aus gesehen werden konnten, und ihre Sachen, die sie für europäische Leckerbissen ansehen mochten, nur an den Ntangan selbst verkaufen wollten. Auch große Häuptlinge aus den Nachbardörfern waren eingetroffen mit starker Gefolgschaft. Alle in Waffen stolz daher schreitend, kamen sie mit einer Ziege oder Schaf an der Leine bis vor das Zelt. Der Posten rief mich heraus, ein Händeschütteln, ein lautes „Awu maha", die Hausjungen schleppten die Tiere und Lebensmittel fort, und würdig setzte sich der Häuptling nieder, um mit den Seinen geduldig auf das Gegengeschenk zu warten. Jetzt am Abend hatten die Ukalla-Männer Tanztrommeln hervorgeholt, Weiber und Männer sich Klappern an Armen und Füßen befestigt und unter melodischem Gesänge tanzten sie, lautjauchzend, überall umstanden von den Soldaten, die zum ersten Male mit dem fröhlichen, harmlosen Jaunde- Völkchen in Berührung kamen. Ich hatte viel gehört von Land und Leuten, namentlich aus Morgens interessanten Schilderungen, der die Jaundes nicht genug zu loben weiß; aber der Eindruck, den ich in der herrlichen ersten Nacht im Jaunde-Lande empfing, übertraf weit meine schönsten Erwartungen, und voll Zuversicht sah ich dem weiteren Teile meiner Reise entgegen.
Es war so etwas ganz anderes, mit diesen unbefangenen, frci- blickenden und sprechenden Naturmenschen zu reden, als mit den verschlagenen, hochmütigen und doch so kriechend freundlichen Küstennegern oder den stumpfsinnigen, sinsterblickenden Ngumbas.
Die Landschaft Jaunde und ihre Bewohner.*)
Am 3. August überschritten wir den Njong-Fluß und kamen nun, wie ich wußte, in die eigentliche Jaunde-Parklandschaft. Der ganze dunkle Riesenbusch lag hinter uns. Im hellen Sonnenlichte aber marschiert es sich durch eine freundliche Landschaft, wo fröhliche Menschen wohnen, selbst auf bergigen Wegen besser als auf ebenem Pfade im finsteren, nässen Walde. Unsere Wanderung von hier bis nach der Station glich einem Triumphzuge. Die vielen Palmen gaben der Gegend ein
Hans Dominik: „Kamerun", S. 54. (Verlag von E. S. Mittler L Sohn, Berlin)