b) Aus den Ber.chten der Reisenden und Forscher
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Gestalt von dicken Blutklumpen zu entfernen, um nicht zu ersticken. Doch seine Bewegungen werden schwächer und schwächer, und nach einem letzten krampfhaften Zucken liegt er endlich vollständig regungslos. Noch hat er kaum die riesigen Glieder gestreckt, da stürzt sich auch schon unser Führer, der zu diesem Zweck schon längst das haarscharf geschliffene Messer bereit hält, mit einem Satz auf den Leichnam, und ein blitzschneller Hieb trennt das untere Ende des Schwanzes vom Körper, denn dieser Teil ist für den Neger der Haupttriumph,' erst der Anblick dieser Trophäe beweist der ungeduldig auf die Rückkehr der Jäger lauernden Bevölkerung den glücklichen Ausgang des Jagens.
Die Bali.')
Was die äußere Erscheinung und das Auftreten der Bali anlangt, so kann man auch hier wieder die Beobachtung machen, wie die Natur eines Landes sich in seinen Bewohnern widerspiegelt. Denn im Gegensatz zu der in den dumpfen Urwäldern der Küstengebiete wohnenden schlaffen Bevölkerung sind die Bali, die Söhne der freien Hochebene, körperlich entwickelter und geistig geweckter. Ihr Wuchs ist weit über Mittelgröße uud riesenhafte Gestalten sind durchaus keine Seltenheit, ihr Bau ist sehnig und muskelstark; jene fleischigen Körperformen, wie man solche an der Küste, bei den Duala z. B., zu beobachten Gelegenheit hat, sind kaum zu finden, obgleich Garega?) und seine Brüder sich ausnahmsweise durch Wohlbeleibtheit auszeichnen. Auffallend sind die langen Schenkel der Bali, die sie in den Stand setzen, große Strecken ohne Ermüdung zurückzulegen; überhaupt liebt es der Bali, seine Kraft zu zeigen und sich im elastischen Laufschritt oder Sprunge von höher stehenden Personen zu entsernen. Wie bei den meisten Naturvölkern, so ist auch die Haltung der Bali sehr gerade, ihr Gang aufgerichtet und stolz, eines gewissen würdevollen Anstandes nicht entbehrend.
Eigentümlich ist ihre Schädelform. Sie haben die Gewohnheit, bald nach der Geburt den kleinen Kindern durch wiederholtes sanftes Drücken mit der flachen Hand auf die obere Stirn dem Schädel nach hinten zu eine möglichst eiförmige Gestalt zu geben, was namentlich bei abgeschnittenen Köpfen in die Augen fällt. Dieser Brauch scheint den meisten Grenzstämmen Süd-Adamauas eigen zu sein, der übrigens keinen nachteiligen Einfluß auf die geistigen Fähigkeiten der Bali hat, die im Gegenteil recht gut entwickelt sind.
Die Schneidezähne Pflegen die Männer vorn spitz zu schlagen, während beim weiblichen Geschlecht etwa mit dem siebenten Jahre die
') E. Zintgraff: „Nord-Kamerun", S. 209 ff. 2 ) Der damalige Oberhäuptling der Bali.