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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

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Oelpalme ganze Waldungen, die größtenteils wild wachsen, aber auch angebaut werden und noch in den Uferlandschaften des Mbam auftreten Wein- und Fächerpalmen vereinigen sich ebenfalls zu geschlossenen Be­ständen, und zu ihnen gesellt sich im Küstengebiet die Kokospalme. Der Wald birgt ferner stattliche Stämme von Rot- und Ebenholz, der Kaffee­baum wächst wild und wird von den Eingeborenen wenig beachtet, während die im Binnenhandel sehr begehrten Früchte des Kolanußbaums eifrigst gesammelt werden. Das undurchdringliche Gewirr der Stämme erstickt im Kampfe ums Dasein das Unterholz, und die Bäume werden ihrerseits wieder von fadendünnen oder armdicken Gummilianen und an­deren Schlingpflanzen umklammert und getötet. Orchideen und andere Gewächse überwuchern die modernden Reste umgestürzter Waldriesen, auf den Aesten der lebenden machen sich Schmarotzerpflanzen breit, und so fest sind Zweige, Blätter, Kronen und Ranken verschlungen, daß man sich nur mit Axt und Messer einen Weg durch die lebende Mauer bahnen kann. Alles strebt nach oben, nach Luft, Licht und Himmelsblau, am Boden dagegen herrscht eine feuchte moderige Luft mit Tag und Nacht fast gleichmäßiger Temperatur, und kaum erhellt ein Sonnenstrahl das Halbdunkel, an das sich das Auge erst gewöhnen muß. Bei bedecktem Himmel erreicht die Dämmerung oft einen solchen Grad, daß man kaum noch die Ziffern der Uhr oder der Instrumente abzulesen vermag. Strahlt hoch oben die Sonne durch das dichte Blätterdach, so ergreift den Menschen, der tagelang da unten auf schlüpfrigen Pfaden, durch Wasserlöcher, Sümpfe und Bäche wandern muß, Sehnsucht, hinauf zu gelangen, um wieder einmal die Sonne und den Himmel zu schauen.

Die Vegetation der Savanne?)

Das Plateau ist lediglich Savanne. Der Uebergang aus dem Urwald in diese Savanne geschieht an den meisten Stellen nicht plötzlich, sondern durch ein Uebergangsstadium, die Parklandschaft. Gras- und Buschstreifen wechseln hier miteinander ab; erstere auf den Höhen, letztere in den Thälern, an den Flußläufen entlang, an denen sie besonders bei tief eingeschnittenen Ufern sich zu schönen Galeriewäldern entwickeln. Die Savanne ist größtenteils durchsetzt mit der ^voua 86v6gal6v8i8, jenem kleinen afrikanischen Krüppelbaum, der etwa mit unserm verkümmerten Pflaumenbaum Ähnlichkeit ausweist. In der Savanne zu beiden Seiten des Sannaga, besonders auf dem rechten Ufer, ist die Anona ersetzt durch die Fächerpalme (Uypbaöve), welche, wenn auch nur vereinzelt aus der Ebene herausragend, doch durch ihren schönen, schlanken Wuchs und die großen, dachförmigen Kronen mit den daranhängenden gelben Früchten eine erwünschte Abwechselung in der Scenerie hervorruft. Ueberhaupt

h C. Morgen:Durch Kamerun von Süd nach Nord", S. 327ff.