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d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 113
warten! In klimatischer Beziehung berechtigt daher das Kamerungebirge zu den höchsten Hoffnungen für den Plantagenbau. Speziell die Küste am Kamerungebirge bietet ein typisches feuchtwarmes Tropenklima mit echter feuchtwarmer Treibhausluft, wie sie Kakao, Vanille, Bananen u.s.w. lieben und der Kaffee nicht verschmäht. In den höheren Lagen ist das Klima frischer und etwa bei 1000 m Meereserhebung ist die Kartoffel bereits mit Erfolg zu kultivieren, wie die Anbauversuche in Buea dar- gethan haben.
Der Tornado und die Regenzeit, i)
Die ersten Tornados pflegen vereinzelt schon früh aufzutreten. 1894 beobachtete ich den ersten am 2. Februar; häufiger und intensiver werden sie im März und April. Von da an wird Gewitterbildung im Osten, von wo der Tornado so gut wie stets aufzieht, häufig beobachtet als Zusammenziehen von dunklem Gewölk, doch sieht man dasselbe oft durch die kräftige Westbrise wieder auseinandergejagt werden. Wetterleuchten und ferner Donner im Osten nimmt zu und völlig trübe Regentage zwischen den heißen, sonnigen werden immer häufiger.
Das typische Bild des Tornado ist folgendes: Meist am Nachmittag oder gegen Abend bemerkt man im Osten ein dunkles, graublaues Segment am Himmel, am freien westlichen Rand durch lichtweißes, nicht ^ selten schleierförmig ausgezogenes Gewölk eingefaßt, das sich scharf abgegrenzt von dem lichtblauen, sonnigen Himmel abhebt. Aus der dunklen A Wolke ertönt in Zwischenräumen von etwa einer Minute dumpfer, lang- s gezogener Donner. Auch Zackenblitze leuchten in kurzen Intervallen aus s ihr auf. So lange die Seebrise mit Intensität weht, kommt das Gewölk - selten herauf uud gewinnt nur langsam an Boden. Allmählich aber gewinnt der Ostwind die Oberhand und nun verbreitet sich das dunkle Gewölk unter immer zunehmender Zahl und Intensität von Blitz und Donner reißend schnell über den Himmel, die Randwolke löst sich in dem Gewölk des übrigen Himmels auf. Bereits mehrere Minuten vor Einsetzen des Regens kündigt sich das Herannahen desselben durch fernes Klingen und Brausen in der Luft an. Dann setzt der Ostwind kräftig ein und fast gleichzeitig prasseln die Regenmassen hernieder. Die Zahl der Blitze nimmt zu, so daß man nicht selten zwei bis drei in einer Sekunde und mehrere Minuten hindurch im Mittel einen in der Sekunde zählt. Steht das Gewitter über dem Beobachtungsort, so glaubt man die Blitze von allen Seiten aufleuchten zu sehen; verhältnismäßig häufig sieht man sie in Zickzacklinien oder in Strahlenbüscheln annähernd horizontal verlaufen, in anderen Fällen fahren sie vertikal zur Erde nieder, und es ist ziemlich häufig, daß Masten, Flaggenstangen oder Bäume von ihnen
') I)e. Fr. Plehn: „Kamerunküste", S. 24 ff.
Seidel. Koloniales Lesebuch. 2. Aufl.
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