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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Kamerun.

10 Tagemärsche von der Küste entfernt vorfand, sonst gehören der Woll- baum (Lrioäenärou unbraetuosum), Akazienarten, Gelb- und Rotholz, die Dlpalme sLIaeis), die namentlich im Nordwesten des Schutzgebietes, nach dem Rio del Rey hin, in ungeheuren Massen vorkommt und bis gegen 1200 in am Rand des afrikanischen Plateaus hinansteigt (Zintgraff) und die Weinpalme sUapliia vinibera) zu den Charakterbäumen der Kame­runküste. Auch Ebenholz ist im nordwestlichen Teil des Gebirges nicht selten. Am oberen Sannaga kommt auch die Fächerpalme sll^xkaench vor; Tamarinden und Drakänen sind im ganzen Küsten­gebiet häufig.

Der Sannaga.')

Im Sannaga weist uns die Natur auf das Haupteinbruchstor des Schutzgebietes in das Hinterland hin. Von der Küste aus gelangt man hier auf 80 kni langem, fahrbarem Wasserwege nach Edea. Von Edea aus wird jetzt von der Regierung die Anlage eines etwa 250 Kni langen Uberlandweges um die Fälle herum nach Balinga ausgeführt. Von diesen 250 Kni sind jedoch 100 kni, nämlich von Edea nach Mangane und die letzten vier bis fünf Tagemärsche vor Balinga bereits gut gangbar.

Von Balinga aus kann man dann zunächst mit den reichen Elfenbein- plätzen Ngute, Ngila und Mango, die nur zwei bis drei Tagemärsche s weit entfernt liegen, in Verbindung treten, vor allen Dingen aber den nach meinen Forschungen und den Aussagen der Eingeborenen schiff­baren Mbam über 300 Kni weit bis in die Höhe von Banyo und Tibati, also in das Herz von Adamaua hinein, befahren.

Das innere Hochland der Kamerunkolonie.^)

Der westliche Rand des im Mittel ca. 8001000 m hohen zentral­afrikanischen Hochplateaus, welchem auch der weitaus größte Teil der Kamerunkolonie angehört, umschließt bogenförmig einen schmalen Tief­landstreifen, der durch die Ablagerung von Sinkstoffen, teils Produkten der Gesteinverwitterung, teils der Urwaldvegetation von den das Plateau in westlicher Richtung durchbrechenden Flüssen gebildet wurde und mit geringer Neigung nach dem Meere sich absenkt. Scharf markiert wird die Grenze zwischen dem steil und vielfach terrassenförmig sich vollziehenden Abfall des Plateaus und dem Küstentiefland durch die Wasserfälle, welche beim Eintritt in das letztere die zahlreichen, auf dem Hochland ent­springenden und in westlicher Richtung dem Atlantischen Ozean zu­fließenden Flüsse bilden, den Kamerunfluß, Sannaga, Nyong, Lokundje, Kribi- und Camposluß. Die Entfernung dieser Wasserfälle von der

') C. Morgen: »Durch Kamerun von Süd nach Nord", S. 347. 2) Dr. Fr. Plehn:Die Kamerunkaste", S. 4ff.