Die afrikanischen Schutzgebiete
I. Deutsch-Ostafrika
a) Allgemeine Beschreibung des Landes
Lage und Erwerbungsgeschichte.
Deutsch-Ostafrika ist fast noch einmal so groß wie Deutschland (etwa 995 000 tzkra). Auf etwa 700 Km bildet der Indische Ozean die natürliche Grenze im Osten, während im Westen die Kirungavulkane, der Kiwu-, der Tanganjika- und der Nordteil des Njassasees, im Norden der Viktoriasee und das Bergmassiv des Kilimandjaro, im Süden der in den Indischen Ozean fallende Rowuma als natürliche Scheiden gegen die Nachbargebiete betrachtet werden können. Die angrenzenden Ländereien gehören im Norden den Engländern, im Süden den Portugiesen, zwischen Njassa- und Tanganjikasee wiederum den Engländern und im Westen dem Kongostaat. Von den der Küste vorgelagerten Inseln ist nur Mafia deutscher Besitz.
Die Erwerbung des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes ist eine unmittelbare Frucht der im Anfange der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts überall in Deutschland emporlodernden Kolonialbewegung. Das mit der Neubegründung des Deutschen Reiches wiedererwachte nationale Selbstbewußtsein verlangte seinen Anteil an der noch unvergebenen Welt Übersee, um seine starke Auswanderung dahin abzuleiten, seinen reichen Bedarf an Kolonialwaren auf eigenem Boden zu erzeugen und neue Absatzgebiete für die Produkte seines rastlos wachsenden Gewerbefleißes zu schaffen. In Frankfurt a. M. entstand der Deutsche Kolonialverein, in Berlin die Gesellschaft für deutsche Kolonisation, beide mit der Aufgabe, diese Gedanken in die Tat umzusetzen. Die Einzieligkeit ihrer Bestrebungen führte nach wenigen Jahren zu ihrer Vereinigung unter dem Namen der Deutschen Kolonialgesellschaft und unter der Leitung des Fürsten Hermann zu Hohenlohe-Langeuburg und — nach