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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
Entstehung
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Vorwort zur ersten Auflage

C^ie Anregung zu dem vorliegenden Buche verdanke ich meinem

gelehrten Freunde, dem bekannten Kolonialgeographen Professor Dr. K. Dove zu Jena, der in einem gediegenen AufsätzeZur Frage der kolonialen Bildung" lDeutsche Kolonialzeitung 1900, S. 362 und 375) auf die Bedeutung einer volkstümlichen Darstellung der deutschen Schutzgebiete für Familie und Schule hingewiesen hat.

Unser Volk muß zunächst mit kolonialem Wissen durchtränkt werden, ehe man von ihm erwarten darf, daß es mit Verständnis an der Kolonialpolitik tätigen Anteil nimmt. Aber an den modernen Menschen werden unzählige Ansprüche gestellt. Es galt also ihm eine auf den neuesten Forschungsergebnissen aufgebaute, aber volkstümlich gehaltene Darstellung der Schutzgebiete, ihrer natürlichen Verhältnisse, ihrer Bewohner, ihres wirtschaftlichen und politischen Zustandes dar­zubieten, die weder an seine Zeit noch an seine geographische Vor­bildung allzu hohe Ansprüche stellt. Diese bildet daher sozusagen das Gerippe des vorliegenden Buches. Sie ist möglichst knapp gefaßt,

beschränkt sich auf die wichtigsten Tatsachen und stellt diese klar, aber schmucklos dar, um möglichst kurz zu bleiben. Sie stellt das Mindest­maß dessen dar, was der Gebildete von den deutschen Schutzgebieten wissen sollte.

Aber es ist dringend zu wünschen, daß es hierbei nicht sein Bewenden habe, sondern daß der Einzelne, je nach seiner besonderen Neigung, auch seine Kenntnisse auf bestimmten Gebieten weiter aus­breite und vertiefe. Eine außerordentlich reiche Literatur über die deutschen Schutzgebiete steht ihm dazu bereits zu Gebote Z. Aber eben diese Reichhaltigkeit erschwert ihm nicht nur die Wahl, sondern übersteigt im Durchschnitt auch die Leistungsfähigkeit seiner Börse und steht in schreiendem Gegensatz zur engen Begrenzung seiner Muße. Es mußte dem Leser also eine Auswahl aus der besten Kolonialliteratur gegeben werden, die wenigstens an einzelnen Punkten

*) Vergl. Maximilian Brose: Die deutsche Kolonialliteratur von 18841895. Nachträge dazu erscheinen alljährlich in den von der Deutschen Kolonialgesellschaft herausgegebenenBeiträgen zur Kolonialpolitik und Kolonial­wirtschaft".