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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Das 19. Jahrhundert.

Aber der Hebung französischen Verkehrs haben sie doch nicht zu unterschätzende Dienste geleistet, und für die Welt­stellung des gegenwärtigen Frankreichs sind sie von unver­kennbarer Bedeutung. Durch die Eroberung Algiers wurde dem Räuberunwesen der Berberesken, das sich bis dahin unter Englands egoistischer Konnivenz vor den Toren Europas hatte breit machen dürfen, ein Ende ge­macht, ein unleugbares Verdienst, das sich Frankreich um die kleineren seefahrenden Nationen erworben hat. Algier und Tunis bilden durch ihre Lage eine zweifellose Stär­kung der französischen Machtstellung im Mittelmeer.

49. Andere Nationen.

Von den früheren Mitbewerbern um kolonialen Be­sitz sind im 19. Jahrhundert mehrere ausgeschieden. Schweden hat die westindische Insel St. Barthelemy, die ihm 1784 von Frankreich überlassen wurde, 1877 an dieses Land zurückgegeben. Die Dänen haben ihre kleinen ostindischen und Westafrikanischen Besitzungen 1845 an England verkauft und stehen wegen St. Thomas und St. Croix in Unterhandlung mit den Vereinigten Staaten, die den vortrefflichen Hafen der ersteren Insel zu er­werben wünschen, trotzdem sie das unmittelbar daneben liegende Portoriko schon besitzen. Spanien hat im Zu­sammenstoß mit der Union fast den ganzen Rest seiner Kolonien eingebüßt, die Karolinen und Marionen dann an Deutschland verkauft. Die gewaltigste Kolonialmacht früherer Zeit, die Führerin in der ganzen europäischen Bewegung, nennt heute nur noch wenige Westafrikanische Inseln und Küstenstriche ihr eigen: die Presidios in Ma­rokko, die Kanarischen Inseln, Fernando Po, Annabom und das Mündungsland des Rio Muni im und am Golf