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Das 19. Jahrhundert.
die Bande geworden, die Stammland nnd Siedelungs- -tzgi gebiete mit einander verknüpfen. Die empfindlichste Stelle ist und bleibt Indien, wo trotz segenbringender Neuerungen des englischen Regiments das Gefühl, von Fremden aus- -sm
gedeutet zu werden, sich nicht verlieren kann, und wo am
gerade die gegen früher so viel größere Freiheit der Be- wegung der Devise „Indien für die Jndier" das Leben us4
gegeben hat. Im einzelnen kommt mancher Akt auf suo
Rechnung der englischen Kolonialpolitik, der mit den Ge- boten der Menschlichkeit und Rechtlichkeit in schroffem mff
Widerstreit steht, aber in der Beurteilung der Gesamt- -tnr
entwickelung kann das Segensreiche, Recht und Gesittung pnu
Fördernde nicht verkannt werden, und der Borteil für aus
die Nation steht hoch über allen Zweifeln. Sie hat tofl
unleugbar ein gewaltiges, ein unübertroffenes Stück Lüt
Kulturarbeit geleistet und die Früchte ihrer Arbeit in m
reicher Fülle geerntet.
48. Das neue französische Kolonialreich.
Aus den schweren Krisen zu Beginn des Jahrhunderts tzUz
hatte Frankreich nichts gerettet als einige Posten in Ost- -HO
indien, Rounion, ein Stück Guyana und ein paar Inseln nlff
in Westindien, an der Küste Westafrikas und Neufund- -dm
lands. Heute besitzt es ein Kolonialreich von über sechs tzchz
Millionen Quadratkilometern mit mehr Bewohnern, als es ss ^
selber zählt.
Die Entwickelung beginnt mit der Eroberung von noa
Algier, die, 1830 noch unter Karl X. begonnen, unter schweren Mühen und Kosten fast ein Menschenalter er- -73
forderte. 1881 konnte als türkisches Beutestück Tunis «im
hinzugewonnen werden. Unter Louis Philipp hat man seine sm:
Aufmerksamkeit der Südsee zugewandt und 1842 das soä