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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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England in Asien.

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neben den australischen Goldgruben besitzt es die von Transvaal. Doch ist Südafrika fast noch weniger als Neu-Holland im Stande, große Massen von Siedlern aufzunehmen, und das zumeist durch natürliche Bevölke­rungszunahme außerordentlich angewachsene niederländische Element übertrifft an Zahl das englische.

46. England in Asien.

Während in diesen beiden Erdteilen die Siedelungs- tätigkeit den eigentlichen Inhalt der englischen Unter­nehmungen ausmacht, die erobernde nur unterstützend eingreift, steht diese im Vordergründe bei der Aufrichtung des gewaltigen britisch-indischen Reiches. Sein Aufbau gehört recht eigentlich dem 19. Jahrhundert an.

Der Wiederbeginn des Krieges nach dem Frieden von Amiens führte zur Unterwerfung der Mahratten und des Nisams von Haiderabad. 1816 wurde zur besseren Sicherung Bengalens der Bergstaat Nepal bekriegt; 1818 vernichtete man die letzten Reste des Mahratten- ftaates. 1826 nahm man dem Herrscher von Birma

seine sämtlichen Küstenprovinzen ab: Arakan, Pegu, Tenasserim, das Land der Reishäsen. Britischer Besitz erstreckte sich jetzt weit hinab auf der Halbinsel Malakka, wo man diese Stadt und die Insel Singapore aus den niederländischen Eroberungen zurückbehalten hatte und allmählich zu einer die ganze Südhälfte der Insel um­fassenden Kolonie, den Strait-Settlements, erweiterte. Gleichzeitig erzwäng man die Überlassung des Theelandes Assam. 1843 folgte Sindh, das Land am unteren Indus, durch dreijährigen Krieg 18451848 das Gebiet der kriegerischen Sikhs im Pendschab, 1854 dann Nagpur in Indiens Mitte und 1855 Oudh am mittleren Ganges.

Schäfer, Kolonialgeschichte. 9