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Kolonialgeschichte / von Dietrich Schäfer
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Die Vereinigten Staaten nnd ihre Expansions-Politik. 119

Wanderung, dem angestammten Wesen und engster Ver­bindung mit dem Mutterlande zu erhalten. Gegenüber den anderen Nationen Europas liegt darin ein unge­heurer, kaum je wieder auszugleichender Vorsprung, den das 19. Jahrhundert Großbritannien verschafft hat. Daß die britischen Kolonien auch noch zahlreiche nichtbritische Ansiedler aufnahmen, die im britischen Volkstum auf­gingen oder aufgehen werden, verstärkte diesen Vorteil noch ganz wesentlich und belegt den Wert, den der Besitz besiedelungsfähiger Kolonien für ein Volk haben kann.

44. Die Vereinigten Staaten und ihre Expansions-Politik.

Die weiße Bevölkerung, die sich gegen England erhob, hatte ihren Sitz in dem verhältnismäßig schmalen Küstengebiete, das sich zwischen den Alleghany-Bergen im weitesten Sinne und dem Atlantischen Ozean hinstreckt. Die gegenwärtigen Staaten und Territorien der Union füllen das ganze weite Gebiet bis zum mexikanischen Golf, dem Rio Grande del Norte und dem Stillen Ozean, ein Gebiet, so groß wie das bebaute Europa. Die Ver­einigten Staaten haben weitaus den Löwenanteil der europäischen Auswanderung an sich gezogen. Die süd- amerikanischen Gebiete gemäßigten Klimas, an Boden­reichtum nicht nachstehend, vermochten mit ihnen nicht zu konkurrieren, besonders nicht wegen der Unsicherheit der öffentlichen Zustände, die ihnen als Konsequenz ihrer früheren Entwickelung fortdauernd anhaftete.

^'1 Die Unionsregierung hat das Ihre getan, die Fremden anzuziehen und ihnen die neue Heimat wert zu machen. Sie handelte, kann man sagen, buchstäblich nach dem biblischen Wort:Füllet die Erde und machet sie Euch Untertan." Sie sah in jedem neu Ankommenden eine