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Bd. 8 (1909) Fürst Bismarck und die Kolonialpolitik / von Kurt Herrfurth
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Kapitel II.

Die Postdampfersubventionsvorlage^.

Das Projekt, den Seepostdienst des Deutschen Reiches mit Ost­asien und Australien zu heben, stand dein Fürsten Bismarck schon im Jahre 1876 vor Augen. Er hatte erkannt, daß die regelmäßigen deutschen Schiffahrtslinien nicht mehr oder überhaupt nicht imstande waren, dem überseeischen Verkehr, namentlich nach Ostasien und Australien, zu genügen. Es war allgemein bekannt, daß infolgedessen die deutschen Exporteure behufs regelmäßiger schneller Beförderung ihre Erzeugnifse englischen Linien übergeben mußten und der deutschen Rhederei dadurch beträchtlicher Gewinn verloren ging. Nicht nur, um diesen Beeinträchtigungen der deutschen Rhederei abzuhelfen, die In­anspruchnahme fremdländischer Beförderungsmittel zu vermeiden und dem deutschen Handel und der deutschen Industrie neue Absatzmärkte zn erschließen, sondern auch, um die Marineverwaltung betreffs ihrer Verbindung mit den im handelspolitischen und diplomatischen Dienst in den Gewässern fremder Weltteile befindlichen Kriegsschiffen von der viele Mißstände im Gefolge führenden Abhängigkeit vom Aus­lande zu befreien und durch das neue Schiffsmaterial, namentlich in Kriegszeiten, die Leistungsfähigkeit der Marine zu erhöhen, glaubte Fürst Bismarck, deutscherseits schnell und regelmäßig fahrende Post­dampferverbindung einrichten und sie mit staatlichen Mitteln unter­stützen zu sollen.

') Literatur, vgl. Kap. 1, S. I, Anm. 1. Vgl. insbesondere Zlen, Berichte und Drucksachen des Reichstages 1884/85.