Sjuhy.
Nach Lruz Alta; ein Sublropengewitter. — Nach der Regierungskolonie Sjuhy. — Grundsatz der gemischten Siedelung. — Deutsche Ansiedler. — Ansicdelungsbedingungen. — Verwaltung. — lvirtschastliche Lage der Kolonie.
Am 29. Dezember verließ ich Neu-Mürttemberg. Ich war als Fremder gekommen, aber jetzt wurde mir der Abschied schwer. Herr und Frau Pfarrer Faulhaber gaben mir das Geleit bis weit über die Roloniegrenze hinaus. Mit einem „Auf Miedersehen in Deutschland" trennten wir uns.
Ich ritt wieder der Stadt Truz Alta zu. Nachmittags überfiel mich ein Gewitter. Gin gewaltiges Schauspiel, solch ein Subtropen- gewitter. Erstaunlich schnell ballten sich die weißen Molken zusammen und wurden dunkler und dunkler. Heftige Regengüsse gingen nieder. Dann hellte sich's vor mir aus. Ueber dem Hitgelzug, in dessen Grün sich die weißen Häuser von Truz Alta halb verbergen, hing eilt goldener Duftschleier mit purpurrotem Rand. Zur rechten aber lagen die weiter gezogenen Metterwolken, eine tiesschwarze Masse mit leichtem bläulichem Schein. Raum erkennbar, schemenhaft zeichneten sich darin die Umrisse der Landsck^aft ab. Gin unheimliches Bild. So könnt' ich mir die Hölle vorstellen. Jetzt zuckt eine blendende Feuerlohe auf, die jede Farbe und Linie verschlingt. Jetzt verschwindet sie. Nur noch ein schmaler, zackiger Blitzstreif leuchtet durchs blauschwarze Dufter, bleibt einen Augenblick wie festgebannt stehen. Und jetzt brüllen aus dem finsteren Nachen die Geister der Hölle. Gin neuer, wolkenbruchartiger Regenschauer ging nieder. Durch und durch naß traf ich in Cruz Alta ein.
Am übernächsten Tage machte ich mich auf den Meg nach der etwa fünfzig Rilometer von der Stadt entfernten Rolonie Ijuhy. Die breit ausgefahrene Straße war von Ochsenkarreten und pferde-
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