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Ritte und Rasttage in Südbrasilien : Reisebilder und Studien aus dem Leben der deutschen Siedelungen / von Wilhelm Lacmann
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Neu - Württemberg und Fingu.

Anlage und Verwaltung der Kolonie Neu-Württemberg. Wirtschaftliche Ver­hältnisse und Aussichten. Die Ansiedler. Wohlfahrtseinrichtungeu. Nach Lingu und zu den Indianern am Serrinho. Weihnachten in Nen-Württemberg.

Die Kolonie Neu-U?ürttemberg gehört zu dem Gebiet des Muni- zips Truz Alta. Ihre Hauptmasse erstreckt sich zwischen Fiusa und palmeira, den beiden Huellflüssen Nio Ijuhy Grande, der weiter westlich in den Uruguay einmündet. Kleinere Teile liege,! südlich der Fiusa und nördlich der palmeira. Das Land ist Hügel­land mit sanft ansteigenden Höhen und bedeutenden ebenen Ge­bieten. Den Boden, soweit er noch nicht urbar gemacht, bedeckt Ur­wald. Nur ein kleiner Strich südlich der Fiusa ist Kampland.

Die Kolonie ist im Jahre !s898 von Herrn Dr. Herrmann Meyer in Leipzig gegründet, die Besiedelung des Landes nahm ^899 ihren Anfang. Lüde l90H zählte Neu-N>ürttemberg etwa s20 Hausstände. Generalbevollmächtigter des Dr. Meyerschen Kolonisationsunter- nehmens war bis zum Lüde des Jahres OOo Herr Dr. Horst Hoff- mann, der seinen Sitz in der Hauptstadt Porto Alegre hatte. Später ist Dr. Hoffmann nach Deutschland zurückgekehrt. An seine Stelle ist Herr Bornmüller getreten, der seinen Sitz auf der Kolonie selbst genonrmen hat. In Truz Alta ist als Administrator der bereits genannte Herr Scharf, ein langjähriger Kenner brasilischer Ver­hältnisse, angestellt. Auch Herr Pfarrer Faulhaber ist Beamter des Kolonisationsunternehmens. Neben dem protestantischen Gottesdienst versieht er den Schulunterricht in Neu-TVürttemberg, sowie die Seelsorge der zwei Tagereisen nördlich gelegenen, ebenfalls von Dr. Herrmann Meyer angelegten Kolonie Fingu.

Die Kolonielose haben einen Flächeninhalt von ^00 Morgen und sind ebenso wie in der Kolonie Hansa regelmäßig so bemessen,