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Ritte und Rasttage in Südbrasilien : Reisebilder und Studien aus dem Leben der deutschen Siedelungen / von Wilhelm Lacmann
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Durch die 2erra de Martinas aufs Hochland. Ritt über den Kamp nach Cruz Alta. Reue Kolonisation auf dem nordwestlichen Hochland von Rio Grande. von Cruz Alta nach Reu-Württemberq.

Ich hielt in Santa Maria einen Tag Rast. Am darauffolgenden Morgen brach ich in aller Frühe auf und ritt der Straße nach, die in langen Windungen durch die malerischen Fels- und Waldland­schaften der Serra de SLo Martinho emporsteigt. Nach anderthalb stunden hatte ich die Ortschaft jAnhal, den Mittelpunkt der alten deutschen Kolonie Santa Maria, erreicht, und bald öffneten sich vor mir die weiten grünen Grasflächen des innerbrasilischen Hock^- landes, von dem ich vor sechs Wochen viel weiter im Osten her­nieder gekommen war.

Gegen die früher von mir durchmessenen Gebiete dieses Hoch­landes steht der Teil, den ich jetzt erreichte, an landschaftlichem Reiz zurück. In weitläufigen niedrigen Wellenlinien dehnt sich das Land. Nur selten unterbricht den Kamp ein Buschbestand. Nur selten durchzieht ihn ein Bach; im übrigen traf ich nur Tümpel stehenden Wassers, das meist von dem Lehmgrund schmutzig braun gefärbt ist. Der Kamp ist überwuchert von den grauen Büscheln einer Gras­art mit langen, spitzen Halmen, die der Brasilier als b>Lib)L cke Hocke, Bocksbart, bezeichnet. Sie taugt nicht als Niehfutter und ver­dirbt, wo sie überhand nimmt, die Weide. Größere Herden trifft man hier auch gar nicht an, da und dort nur ein paar Stück Rindvieh, ein paar magere Pferde oder Maultiere. Einmal kam ich an einer Stute vorbei, die, dem Tode nahe, auf dem Boden lag. Sie hatte ein Auge verloren; zweifellos war es von einem gierigen Aasgeier oder Garunck>o ausgehackt. Ein Fohlen stand bei dem kranken Tier und ließ traurig den Kopf hängen. Als ich aus die