Ausflug in die Aolonie Säo Leopolds.
Rückkehr nach Säo Sebastiäo. — Nach Säo Leopolde. — Die Stadt Säo Leopolds einst und jetzt. — Die Jesuiten in Rio Grande. — Nach Neu-Hamburg und ins Gebiet der bäuerlichen Siedelungen von Säo Leopolds. — Die deutsche Sprache in Rio Grande. — Nach der Schwabenschneiz, der Baumschneiz und dem Teewald. — Nachtrast in der vende; der Lhimaräo. — Am Teewald-Wasserfall. — Rückkehr nach der Baumschneiz; germanisierte Neger. — Heimische und fremde Gebräuche; der „Musterreiter". — Zum Wasserfall des Rio Feitoria und zurück nach Neu-Hamburg.
In der Frühe des sH. Oktober bestieg ich in j)orto Alegre den Dampfer, um nach Säo Sebastiäo zurückzukehren. Bei strömendem Regen traf ich abends dort ein. Ich übernachtete wieder in dem Hause des Herrn Ritter, den ich leider krank antraf.
Meine weitere Reise sollte mich westwärts nach Santa Maria und von dort nach Cruz Alta und Neu-Württemberg führen. Zuvor jedoch wollte ich die älteste der deutschen Siedelungen, Säo Leopoldo, aufsuchen.
Gegen Mittag des folgenden Tages brach ich auf. Um mein j)ferd wieder langsam an die Anstrengungen der Reise zu gewöhnen, ritt ich an diesem Tage nur etwa drei Stunden und übernachtete in der Vende der Witwe Jung, wo ich für mäßige Rost und Unterkunft schweres Geld bezahlte. Aim nächsten Vormittag brachte mich ein zweistündiger Ritt teils durch Kolonieland, teils über Kamp nach der Stadt Säo Leopolds am Rio dos Sinos. Der Ort bietet, von der mächtigen eisernen Brücke gesehen, welche die Ufer des Flusses verbindet, einen recht stattlichen Anblick. Tr verdankt ihn den mächtigen Gebäulichkeiten des Iesuitenkollegs Säo Iosö, an das sich das Franziskanerinnenkolleg da Tonceic^äo und die katholische Kirche anschließt.
Ich ritt in das Städtchen ein. „wenn ich nicht gewußt hätte, daß ich in Brasilien wäre, an der Stadt selber hätte ich es wahrlich