Mit der Tropa nach Rio Grande.
Franko Mota. — Tropeiroleben auf dem Ramp. — Eintritt ins Riograndenser Roloniegebiet; Laxias und Feliz. — Ankunft in SLo 5ebasiiäo und Abschied von meinen Begleitern.
Sonntag oder Rlontag in acht Tagen wolle er uns in L^ages abholen, hatte Franko Mota versprochen — »se Deri3 csuirer« natürlich, so Gott wolle. Die Form dieses Versprechens ließ mich ohne weiteres schließen, daß Franko Mota jedenfalls am Sonntag nicht komme. Daß er Tags darauf eintreffe, war schon deswegen nicht anzunehmen, weil der Brasilier eine abergläubische Abneigung dagegen hat, eine Reise Montags oder Freitags anzutreten. Nur in ganz besonders eiligen Fällen barbiert er den lieben Herrgott über den Löffel, indem er am Vorabend des Unglückstages noch ein paar Kilometer zurücklegt. Auch als ich am Dienstag, dem 22. September, in Heidrichs Gaststube gemütlich beim Frühstück saß, lag mir nichts ferner, als der Gedanke, Franko Mota könne irgendwo um die Wege sein. Kannte ich doch die brasilischepacierl^iL zur Genüge.
Da tat sich plötzlich die Tür auf und Tandido trat gestiefelt und gespornt ein. Franko Mota, berichtete er, sei angekommen und erwarte uns nahe der Stadt in einem Gehöft. Von dort wollten wir zusammen nach seinem Wohnort reiten. Ich sattelte also gleich nach dem Essen meinen Gaul und ritt mit Tandido zusammen an die verabredete Stelle. Auf unsern Anruf kam der Tro- peiro aus dem Hause und begrüßte uns. Es war ein kleiner schwarzbärtiger Mann, der ein wenig hinkte. Er machte schon in seinem Aeußern einen guten und zuverlässigen Eindruck, in dem ich auch während der Neise nicht enttäuscht werden sollte. Franko — ich nenne meine Reisebegleiter, wie der Brasilier tut, mit Vornamen —