Sns Vuellgebiet des Uruguay.
Regenzeit. — Aufbruck von Hammonia. — Tropenverkehr nach dem Hochlande. — Reisebegleiter. — Durch die Terra do Mar aufs Rampland und nach Lages.
„Regen, Regen und kein Ende," meldet mein Tagebuch aus dem Monat August. Juli und August sind in Santa Tatharina die Zeit der längsten Regengüsse, wenn auch nicht eine so ausgeprägte eigentliche Regenzeit, wie sie in den tropischen Breiten herrscht. Und das Jahr war in Südbrasilien noch besonders naß. Zcb weilte nun scl^on wochenlang — wenn auch mit einigen Unterbrechungen — am Nordarm und wartete nur aus günstige Witterung, um meine Reise fortzusetzen. :
Mein nächstes Ziel war die Stadt Lages, die auf dem Hochlande westlich der Serra do Mar nahe der Südgrenze des Staates liegt. Bei diesem Wetter jedoch hatte es gar keinen Sinn, den Ritt zu beginnen. Der Verkehr mit dem Hochlande war überhaupt so gut wie völlig unterbrochen, und die paar Leute, die mit abgetriebenen Tieren nach Bugerbach hinunter kamen, wußten von dem Zustand des Weges Schauergeschichten zu erzählen.
Und das Negenwetter wollte und wollte nicht aufhören. Mochten sich am Abend die Witterungsanzeichen all meiner europäischen Erfahrung nach so günstig gestalten wie sie wollten, ich war sicher, beim Erwachen in ein rieselndes Grau zu blicken. Lockte mich aber einmal ein lachender, sonniger Morgen in den Wald, so langte ich gewiß wie aus dem Wasser gezogen wieder im Wirtshaus an. So unberechenbar demnach unsereinem das brasilische Wetter erscheint, so fabelhaft ist die Bestimmtheit, mit der die Einheimischen nach allerhand Anzeichen ihre Prognose stellen. Sie sagen auf Tage hinaus und fast auf die Stunde voraus, wann der Regen