Der Brasilier.
Die Rasse. — paciencia. — Gastfreiheit. — Aeußere Lebensformen. — Brasilisches Beamtentum und öffentliches Leben. — Geistige. verenlagunA. des Lufobrasiliers. — Erwerbsleben des Volkes. — Anspruchslosigkeit und Untätigkeit. — Unbrauch- barkeit des Volkes zu kultureller Arbeit; Bedeutung der deutschen Uolonisation.
Ich habe den verehrten Lesern nun schon eine ganze Meile von Brasilien erzählt, aber noch nichts von der eingesessenen Bevölkerung des Landes. Das sei jetzt nachgeholt.
Es ist ein Gemisch der allerbuntesten Elemente, das die Städte Brasiliens und seine Mälder und Tampos bevölkert. Schon auf der pyrenäischen Halbinsel hatte ja die Völkergeschichte Iberer, Kelten, Romanen, Germanen, Mauren, Juden und Zigeuner untereinander gekocht. Zu dem Gebräu, das der Hexenkessel hervorgab, tat sie in der neuen Melt noch einen gehörigen Zusatz von Negern verschiedenster Herkunft — die durch die Einrichtung der Sklaverei herangezogen wurden — und einen guten Schuß Indianerblut. So entstand das brasilische Volk, unter dem der Teil der Einwohnerschaft Brasiliens verstanden sei, der nicht wie die deutschen, italienischen, schwedischen Einwanderer erst in neuerer Zeit zugezogen ist. Die Mischung ist nicht gleichmäßig geraten. Das Brasiliertum weist die verschiedenartigsten Erscheinungen vom ebenholzfarbenen Neger bis zum blaßbraunen, bisweilen blauäugigen portugiesen- typus auf. Sehr bedeutend ist der Zusatz von afrikanischem, geringer der von indianischem Geblüt, der sich durch auffallend straffes schwarzes Haar kundtut. Die Mischlinge von Negern und Europäern heißen Mulatten, die von Europäern und Indianern Mestizen und beim Volke „Taboelos", die — übrigens sehr seltene — Kreuzung von Neger und Indianer wird als Zambo bezeichnet. Die mehr oder minder unvermischten Angehörigen der portugiesischen Nasse nennen sich Lusobrasilier.