Nach Blumencm.
Ritt von S5o Bento nach Blmnenau. — Brasilische Wege. — Die Stadt Blumenan. — hinterwäldlerische Preßverhältnisse. — Erinnerungen aus Blumenaus Vergangenheit.
Am 3. Juni sattelte ich den Braunen und trabte in südlicher Richtung davon.
Gleich hinter der noch zu dem Rlunizip Sao Bento gehörigen Ortschaft Bechelbronn senkte sich mein Weg in das prachtvolle schluchtenreiche Tal des Rio Humboldt, und bald war ich wieder in der Rüstenland-Zone angelangt, im Reich des Orangenbaumes, dessen goldrote Früchte in stattlicher Fülle aus der: zahlreichen Pflanzungen hervorleuchten.
Nachmittags überschritt ich auf einer stark gebauten Holzbrücke den Rio Natal und nicht viel später auf einer Fähre den Rio Humboldt. Da wo Rio Novo und Rio Humboldt zusammenfließen, liegt eine Anzahl meist aus Holz gebauter Häuser. Es ist der Stadtplatz Humboldt, der Verkehrsmittelpunkt des Distriktes Itapocü der Rolonie Hansa, deren Gebiet ich eine Weile zuvor betreten hatte. Von dem Stadtplatz führt eine auffallend stattliche Brücke über den Rio Novo hinüber in eine Roloniestraße, die den Namen „Izabelstraße" trägt. Die Berghänge ringsumher haben ein starkes Gefälle, die Pflanzungen liegen teilweise außerordentlich steil.
Ich blieb in dem einfachen, aber guten Gasthaus von Pieper über Nacht. Gegen Abend war Regen eingetreten. Er hielt auch am folgenden Tage noch an. Ich blieb in Humboldt, konnte aber bei dem schlechten Wetter den Tag nicht dazu verwenden, mir die Rolonie etwas näher anzusehen. Nachmals weilte ich lange Zeit in einem andern Distrikt der Hansa-Siedelung und lernte deren Verhältnisse genauer kennen. Einen Bericht über diese spare ich mir daher einstweilen auf.