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Ritte und Rasttage in Südbrasilien : Reisebilder und Studien aus dem Leben der deutschen Siedelungen / von Wilhelm Lacmann
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Eintritt ins Gebiet der deutschen Siedelung.

Nach Ioinville. Deutsche Siedelung in Santa Latharina.

Tags daraus fand die Zollrevision statt. Das Gepäck der Aus­wanderer wurde gründlich durchwühlt, doch hatten nur wenige Zoll zu bezahlen, da Kleider, Haushaltungsgegenstände und Werk­zeuge, die für den eigenen Gebrauch bestimmt sind, zollfrei ein­gehen. Bei meinen Sachen wurde die Durchsicht sehr milde ge- handhabt, dank der Unterstützung des Herrn v. Lasperg, an den mir der Direktor der Hanseatischen Kolonisations-Gesellschast, Herr Sellin, ein Empfehlungsschreiben mitgegeben hatte. Herr v. Las- perg war auch so liebenswürdig, für die Weiterbeförderung eines Teiles meines Gepäckes zu sorgen. Die Sachen gingen zunächst an den deutschen Konsul in Itajahy, Herrn Asseburg, der sie später weiter nach ihrem nächsten Bestimmungsort Blumenau besorgte.

Ich frühstückte imHotel do Tommercio". Sollte es den einen oder andern meiner verehrten Leser interessieren, was die bra­silische Gasthaustasel bot, so bedaure ich, keinerlei Auskunft darüber geben zu können. Ich weiß nur, daß eine Menge Schüsseln und Platten mit allerhand fremdartigen Gerichten auf dem Tische standen, und daß von diesen Gerichten mir die einen mehr und die andern minder mundeten. Aber was das alles für Ragouts, Fische, Braten, Muse, rote und braune uTnken waren, die ich bei jenem Frühstück, darüber bin ich damals ebenso im unklaren gewesen wie heute.

Nachmittags fuhr ich in Begleitung des Herrn v. Diringshosen mit dem kleinen DampferBabitonga" nach Ioinville. Mit uns schiffte sich der Teil der für die Kolonie Hansa bestimmten Aus­wanderer ein, der in dem bei Ioinville gelegenen Gebiete der Kolonie