Die Landung.
vor Läo Francisco do 2ul. — Landung in SLo Francisco. — Auswanderer. — Auf der Insel. — Die erste Nacht auf brasilischem Boden.
Gs war im Jahre neunzehnhundertunddrei und um die Mitte des Maimonats, da hob sich vor mir aus blauen, schaumgekrönten wogen der Küstenstreif des Landes Santa Katharina in Südbrasilien. Schärfer und schärfer zeichneten sich die Bergumrisse, mächtiger und mächtiger wuchsen die zerzackten Höhen empor. In drei Staffeln türmen sich die Gipfel übereinander. Die höchsten von ihnen streben bis über die weißen Wolken hinan, die da und dort über der Küste lagern.
Im Norden von Santa Katharina liegt, vorn Festlande durch den Rio SLo Francisco getrennt, die Insel Säo Francisco do Sul. Ihrer Nordostecke ist ein Kranz kleinerer Inseln vorgelagert. Sie alle sind ebenso wie Süo Francisco selbst bergig und mit dichten Wäldern bedeckt. Zwischen dem Ufer von SLo Francisco und jenen kleinen Inseln warf die „Lorrientes" Anker.
Die Sonne war untergegangen. Aber noch färbte ihr Glanz, ein Glanz, dessengleichen ich nie zuvor gesehen hatte, den Himmel. Wie der Widerschein einer ungeheuren Feuerlohe lag er über den Waldbergen, die tiefschwarz von dem leuchtenden Hintergrund abstachen. Gin winziger roter j)unkt glühte aus jenem Walddunkel hervor — das Leuchtfeuer des Hafens von SZo Francisco. In die abendrote Herrlichkeit aber blinkt jetzt das helle Licht der Venus und spielt mit zitterndem bläulichem Schein über die leicht bewegte See. Und schon flammt Stern um Stern am wunderbar klaren Himmel empor. Gs ist ein Bild von zauberhafter Schönheit, ein wahrhaft festlicher Willkomm des fremden Landes, ein Willkomm,
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