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Das Deutschtum im Ausland vor dem Weltkrieg / von Robert Hoeniger
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Mittel- u. Südamerika;Deutsche Gefahr". Ausblick

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politische Anschluß an das Land, in dem sie Wurzeln schlagen wollten, war wohl das naturgemäß Gebotene. Ähnlich steht es bei den Deut­schen Argentiniens und Chiles. Ihre Anhänglichkeit an ihre angestammte Sprache und Sitte kann als Bürgschaft ihrer Treue gegen den Staat gelten, dem sie nunmehr angehören. Einsichtige Politiker würdigen in vollem Maße, was ihr Land den Ausländern zu danken hat, vor allem den Deutschen. In dem Imperialismus der Vereinigten Staaten sehen sie ernstere Gefahren, als sie je von deutscher Seite drohen könnten. Vor wenigen Jahren erklärte der brasilianische Staatspräsident von Rio Grande: nicht sür Brasilien gäbe es eine deutsche Gefahr, sondern nur für die auf Deutschland neidischen, mit ihm in der Einfuhr wett­eifernden fremden Mächte. In Brasiliens Chile und Argentinien ist das Verhältnis der maßgebenden Kreise zu den Deutschen im all­gemeinen ein ausgezeichnetes. Was Generaloberst v. d. Goltz in dem klassischen Bericht über seine Eindrücke in Argentinien über die günstige Lage der dortigen deutschen Kolonien aussagt, über die guten Be­ziehungen zu den Behörden und deren Entgegenkommen, über die freund­liche Aufnahme, die jedem einwandernden Deutschen gesichert zu sein scheint v. d. Goltz betont, daß man deutsche Einwanderung beson­ders lebhaft wünsche, das gilt auch für Brasilien und Chile. Man darf noch weiter verallgemeinern. In allen Staaten Südamerikas ist der Deutsche willkommen. Nicht mehr, weil er schutzlos und also rechtlos ist das ist vorüber, sondern weil er als ein hervorragend nütz­liches Element, als ein Helfer gegen wirtschaftliche Rückständigkeit und gegen politische Gefahren und Krankheiten gilt, als ein Vertreter des Fortschritts und der ruhigen Ordnung zugleich.

Englische Siedlungskolonien. In den nachstehenden Ausführun­gen soll die Übersicht über das Auslanddeutschtum zum Abschluß ge­bracht werden. Eine schwer übersehbare Fülle von weit auseinander- liegenden Gebieten, in denen Deutsche unter den verschiedensten Grund­bedingungen leben, kommt dabei in Frage. Die wichtigsten Komplexe sind: die englischen Kolonien und: der nahe und ferne Orient. Wir scheiden wiederum, wie schon bei den früheren Betrachtungen: boden­ständige Siedlung und: Beteiligung am städtischen Erwerbsleben und in den freien Berufen. Deutsche Bauernsiedlungen sind im Bereich der englischen Kolonien in beachtlichem Umfange in Südafrika, in Australien und in Kanada zu verzeichnen.

ANuG 402: Hoeniger, Deutschtum tm Ausland. 2. Aufl.

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