Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1896) Die Kolonialpolitik Portugals und Spaniens : in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart : mit einer Karte in Steindruck: Übersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte des 16. Jahrhunderts / dargest. v. Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
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Die portugiesische »Kolvnialverwaltmig im 19. Jahrhundert.

lzDei der außerordentlich verschiedenen Natur der portugiesischen überseeischen Besitzungen ist bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts eine bestimmte, alle Kolonien gleichartig umfassende überseeische Politik nicht befolgt worden. Selten traf eine Maßregel gleichmäßig alle Kolonien, wie z. B. die Aufhebung des Jesuitenordens. Im Allgemeinen wurden andere Grundsätze in Bezug aus Brasilien, andere in Bezug auf Afrika oder Indien befolgt. Das wurde anders mit dem Verlust von Brasilien und der Beschränkung des asiatischen Besitzes auf wenige kleine Gebiete. Das bis dahin kaum ' beachtete Afrika trat jetzt in den Vordergrund des Interesses und die dortigen dünn bevölkerten Kolonien konnten leichter nach dem- i selben Maßstab behandelt werden. -

Die oberste Leitung des Kolonialwesens lag seit der Losreißung von Spanien 1642 bis 1833 in den Händen des Conselho Ultra- ! marino. Diese Körperschaft hatte aber in den Wirren der Nevo- ^ lutionskriege bereits alle Bedeutung verloren und die eigentliche Ge­schäftsführung war Sache des Marineamts, bis sie 1821 auf die ver­schiedenen Fachministerien vertheilt wurde. 1823 wurde sie wieder ! der Marine übertragen, 1834 nochmals den Fachministern. Grst ^ 1835 wurde ein eigenes Bürcau im Marineamt dafür errichtet. ^ In den Kolonien selbst, wo die oberste Gewalt lange in den l Händen der Gouverneure und Generalkapitäne war, wurde sie 1811 ! Juntas übertragen, Körperschaften, die aus den genannten Beamten ! und den ersten Verwaltungschefs gebildet wurden. 1822 wurden ^ die Generalcapitanien in Gouvernements verwandelt und bestimmt,