Krokodilsang
Der Negerknabe ging so still Am Nil dahin. Plötzlich erblickt er Ein unverhofftes Krokodil.
O, wie erschrickt er!!
Wilh. Busch (Hernach).
Die Reime „Krokodil", „Nil" und „still" sind uralt, fast so alt wohl wie die Krokodile selbst. Aber nein, nicht nur am Nil wohnen diese häßlichen, schnppengepanzerten Tiere, sondern in allen süßen Gewässern der tropischen Gegenden, also auch bei uns in Ostafrika. Auf meiner Halbinsel gab es allerdings weder Flüsse noch Bäche, noch auch stehende Gewässer und daher auch keine Fieber bringenden Moskitos. Aber IV2 Wegstunden von meiner Pflanzung entfernt, da fanden sich wohl kleine Sümpfe und Teiche, in denen das „mamba" (Krokodil) zu Hause war, nicht in großen Massen zwar, aber in einzelnen Exemplaren. Hätte ich mich dort ansetzen wollen, um Krokodile zu schießen, so hätte ich wohl alt und grau darüber werden können, bis ich einmal so ein Tier erwischt hätte. Aber in den Flüssen und Sümpfen bei Tanga, im Sigi, im Kulumuzi und in den Panganisümpfen, da wimmelte es freilich von Krokodilen. Ich habe wohl auch ein paar dort geschossen, aber viele sind mir verloren gegangen, weil sich das krank geschossene Krokodil stets gleich ins Wasser wirft nnd dort von seinen Stammesgenossen sofort verzehrt wird. Ich beschloß daher, als ich einmal einen Bekannten, der am Ruvu (oberen Lauf des Pangani) wohnte, besuchte, die Krokodile dort zwar nicht zu schießen, wohl aber zu fangen. Mit ein paar großen Haifischhaken, die sich für diesen Zweck vorzüglich eigneten, wohl ausgerüstet, begab ich mich auf die