Auf dem Eifenholzbaittii
Durch meine Kautschukpflanzung zog sich, in schnurgerader Richtung von Osten nach Westen laufend, eine von mir angelegte, breite Straße, die an den Seiten mit hohen, schönen Eisenholzbänmcn (onssia, lloriäa.) eingegrenzt war. Es sind das jene prächtigen Schattenbänme, die durch ihr dichtes Laubwerk der Straße einen wohltuenden Schatten geben und durch ihre schönen, gelben Blutendolden, die sie im Sommer tragen, dem Ganzen ein freundliches Aussehen verleihen. Ein solcher Eisenholzbanm sollte mir eines Nachts für zwei Stunden znr Herberge werden und mir gleichzeitig die Möglichkeit geben, ein interessantes Schauspiel zu genießen.
Es war in einem Julimonat, als mir mein Jäger meldete, daß die wilden Schweine wieder einmal erschienen wären und sich an den süßen Knollen des jungen Kautschuks gütlich tüten. Diesen Verbrechern war immer sehr schwer beizukommen, denn sie verloren sich in dem großen Komplex der Pflanzung und im Busch, witterten weit und waren außerordentlich scheu. Vergifteter Maniok verleidete ihnen wohl den Aufenthalt auf der Pflanzung für einige Zeit, aber nie für lange. Das beste Abwehrmittel gegen Schweine ist und bleibt immer der Löwe, und darum sollte man auf Kautschuk- und Palmenpflanznngen den Löwen eigentlich schonen. Daß man dieses Prinzip doch gelegentlich einmal durchbricht, ist menschlich und verständlich. Von dieser erwähnten, nützlichen Betätignng des Löwen konnte ich mich eines Nachts durch den Augenschein überzeugen.
Ich war abends gegen 10 Uhr noch einmal in die Palmenpflanzung gegangen, um den Viehhirten zu kontrollieren, der bei einer erkrankten Kuh schlafen sollte. Die Nacht