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Shamba, Mpori und Bahari : ostafrikanische Momentbilder / von Gerhard von Byern
Entstehung
Seite
77
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Auf dem Eifenholzbaittii

Durch meine Kautschukpflanzung zog sich, in schnurge­rader Richtung von Osten nach Westen laufend, eine von mir angelegte, breite Straße, die an den Seiten mit hohen, schönen Eisenholzbänmcn (onssia, lloriäa.) eingegrenzt war. Es sind das jene prächtigen Schattenbänme, die durch ihr dichtes Laubwerk der Straße einen wohltuenden Schatten geben und durch ihre schönen, gelben Blutendolden, die sie im Sommer tragen, dem Ganzen ein freundliches Aus­sehen verleihen. Ein solcher Eisenholzbanm sollte mir eines Nachts für zwei Stunden znr Herberge werden und mir gleichzeitig die Möglichkeit geben, ein interessantes Schau­spiel zu genießen.

Es war in einem Julimonat, als mir mein Jäger mel­dete, daß die wilden Schweine wieder einmal erschienen wären und sich an den süßen Knollen des jungen Kautschuks gütlich tüten. Diesen Verbrechern war immer sehr schwer beizukommen, denn sie verloren sich in dem großen Komplex der Pflanzung und im Busch, witterten weit und waren außerordentlich scheu. Vergifteter Maniok verleidete ihnen wohl den Aufenthalt auf der Pflanzung für einige Zeit, aber nie für lange. Das beste Abwehrmittel gegen Schweine ist und bleibt immer der Löwe, und darum sollte man auf Kautschuk- und Palmenpflanznngen den Löwen eigentlich schonen. Daß man dieses Prinzip doch gelegentlich einmal durchbricht, ist menschlich und verständlich. Von dieser er­wähnten, nützlichen Betätignng des Löwen konnte ich mich eines Nachts durch den Augenschein überzeugen.

Ich war abends gegen 10 Uhr noch einmal in die Palmenpflanzung gegangen, um den Viehhirten zu kontrol­lieren, der bei einer erkrankten Kuh schlafen sollte. Die Nacht