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Die Leopardenmutter
Als ich von den: Erlebnis mit meinem „Erstell" erzählte, erwähnte ich, daß ich durch diese erste, glückliche Nanbtierjagd „anf den Geschmack gekommen" sei. In der Tat habe ich in den darauf folgenden Jahren viel großes und kleines Raubzeug erlegt, von jeder Sorte und jeder Größe. Jede noch so lockende Birsch anf sonstiges Wild verlor für mich air Reiz, wenn es galt, einen „Räuber" umzubringen. Das immerhin nicht ganz Ungefährliche der Jagd, die majestätische, wilde Kraft, mit der sich das Raubtier jedesmal gegen seinen Überwinder wehrte, hatte immer von neuem etwas ganz besonders Verlockendes für mich. Auch lebend in großen Holzfällen fing ich Hyänen und Leoparden, nicht etwa, um mit Hagenbeck Geschäfte zu machen, sondern aus reinem Vergnügen daran, das Raubzeug in dem reichlich Raum bietenden Kasten lebend und unbeschädigt beobachten zu können. Auch aus Baumstämmen hatte ich mir eine Falle gebaut, doch fing ich darin weniger. Auch in den Kastenfallen fing ich nicht so viel wie in den leichter zu verblendenden Eisen.
Von den Erlebnissen, die ich mit in Kastenfallen gefangenen Leoparden hatte, ist mir eins besonders in Erinnerung. Es war in der kühleil Jahreszeit, als eines Morgens 5 Uhr mein Jäger, ein langer, hagerer Masai, an meine Schlafzimmertür Pochte. Die Worte „Ein Leopard sitzt in der Holzfalle" brachten mich wie gewöhnlich schneller auf die Beine, als es selbst ein kaltes Sturzbad vermocht hätte. Es war fast noch dunkel, als wir, der Masai lautlos voran, dem Dornenwäldchen, nach dem das in der Nähe gelegene Dorf Kichakamiba (Kichaka — das Wäldchen, miba — die Dornen) den Namen hatte, zuschritten. Schon von fern