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Shamba, Mpori und Bahari : ostafrikanische Momentbilder / von Gerhard von Byern
Entstehung
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Mein Erster

O Herr, achtzehn Schafe sind es, der Ziegenbock fehlt, nnd die Esel haben die ganze Zwischenwand eingeschlagen." Mit diesen etwas mysteriösen Worten begrüßte mich mein Viehhiert, als ich zwischen 5 und 5Vs Uhr morgens aus meiner Lehmhütte trat, die in meiner jungen Afrikanerzeit meine Behausung bildete. Mir war dunkel in Erinnerung, als hätte ich in der Nacht so etwas wie ein Gerumpel ge­hört, aber Morpheus meint es gut mit uns Afrikanern und drückt uns oft gar fest die Augen zu. Nnd ich kam, sah und ... staunte. Achtzehn Schafe lagen mit durchgebissenem Ge­nick im Stalle. Eine Schweißspur führte in breitem Strei­fen durch eine von den Eseln zerschlagene Stelle der nur mit Palmenblättern leicht tapezierten Verbindungswand. Draußen verlor sich die Fährte bald. Meine Grauröcke stampften und schnauften noch ganz erregt, und ich schloß daraus wohl nicht ganz mit Unrecht, daß die schafemordende Schlacht in den frühen Morgenstunden stattgefunden haben mußte. ! ' > ! >

Was nun? Ein Eisen stand mir damals nicht zur Ver­fügung, also mußte ich es mit einer Holzfalle versuchen, die mir mein alter Tischler noch am selben Tage fertigte. Ich glaube, so eifrig hat der Alte noch nie in seinem Leben gearbeitet. Nun ging es ans Stellen. Zwei magere Hühnchen sollten den Leoparden locken. Wenn er sie packen wollte, mußte er einen dünnen Faden zerreißen, der die Stellung auslöste. Alles war bereit. Die noch übrigen Schafe wurden in der folgenden Nacht gut bewacht, und nur die besagten, mageren Hühnchen wurden als einzigLockendes" und Freßbares" übrig gelassen. Um 2 Uhr nachts weckte mich ein ganz entsetzliches Gebrüll. Töricht, wie man als junger