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Die eigentümliche Fluszfischerei
Als ich damals mit meiner Frau iu die Umbasteppe zog, hatte ich mir meine Träger selbst zusammengestellt und mir die besten und fidelsten Kerle mitgenommen. Es war mancher unter ihnen, der einen recht gesunden Mutterwitz hatte, der humorvollste und aufgeräumteste von allen war aber doch Msefu, ein ganz „Wilder" aus dem Nyassaland. Er war noch einer von denen, der sich traut, mit einem Leoparden zu ringen, der sich das lange Bnschmesser hinten ins Hemd steckte, anstatt es in der Hand zu tragen, kurz ein richtiger Buschneger. Er war ein Hans in allen Gassen, der Msefu, und konnte manches, was andere nicht können. Auch Fische fing er so, wie sie sicher der begeistertste Freund des Angelsports hier in Deutschland noch nie gefangen hat. Das bewies er mir in Kivumiro, wo wir unser Zelt dicht an dem dort sehr seichten Umbafluß aufgeschlagen hatten.
Ich habe schon in der kleinen Erzählung von der afrikanischen Nachsuche erwähnt, daß ich in Kivumiro bei den Wakamba nichts als Wasserböcke vorgesetzt bekam. Toujours perdrix und auch jeden Tag Wasserböcke kriegt man satt. Eines Tages saß ich nun vor meinem Zelt und lutschte an einem Stück Zuckerrohr, eine Beschäftigung, die, wie ich zugebe, sich allerdings eher 'ür einen Neger ziemt als für einen europäischen Pflanzungsbesitzer. Aber Zuckerrohr schmeckt süß. Als ich so da saß und gerade nicht viel mehr dachte, als man bei 36 Grad im Schatten zu denken vermag, kam Msefu vorn Flusse herauf und trug auf seinem Kopfe einen Korb voll Fische. „Eine Abwechselung in der Speisenfolge," war mein erster Gedanke. „Msefu, Mensch, wo hast du die Fische her?" rief ich ihn an. „Nimagamada mtoni" (eigentlich: „Nimekamata mtoni" — „ich habe sie im Fluß ge-