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Choyo
Wenn ich schon einmal in vorstehendem von allerhand Haustieren erzählte, so möchte ich znm Schluß dieses Abschnittes noch ein Tier erwähnen, das wohl der allermerk- würdigste unter meinen vierbeinigen Hausgenossen war, nämlich einen wilden Hund, oder vielmehr eine wilde Hündin. Sie gehörte zu jener Sorte Raubtiere, die man gemeinhin als wilde Hunde oder genauer als Hyänenhunde bezeichnet. Dieser Ausdruck Paßt insofern besser, als der Kopf eines wilden Hundes dem einer Streifenhyäne nicht unähnlich ist. Es war mir von meinem Jäger gemeldet worden, daß sich täglich früh morgens in der Nähe meines Hauses ein junger, wilder Hund zeige, der wahrscheinlich von der Herde abgekommen sei. Das Tier sei schrecklich abgemagert und anscheinend stark von Hunger geplagt, da es sich ganz in die Nähe der menschlichen Wohnungen heranwage. Diesen Hunger benutzte ich, um das Tier zu fangen. Ich stellte im Busch, dort wo sich nach den Erzählungen des Jägers der Hund aufhalten sollte, einen Teller mit rohem Fleisch auf und umgab ihn mit Wildschlingen. Mein Jäger kletterte aus einen Baum und beobachtete den Platz. Es dauerte noch keine Stunde, da saß der Hund in einer der Schlingen, und der Jäger brachte ihn geknebelt angeschleppt. Die Knebelung war allerdings nötig, denn das junge Tier versuchte, wild strampelnd, um sich zu schnappen, und verfügte, wie sich nachher zeigte, über ein recht respektables Gebiß. Diese merkwürdige Fangart brachte der Hündin den Namen „Choyo" ein, welchen Ausdruck man nur mit der „Gier nach Fleisch" übersetzen kann. Choyo wurde also Haustier, wenn er selbstverständlich auch nicht im Hause weilte, sondern unter einem großen Mangobaum angekettet