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Shamba, Mpori und Bahari : ostafrikanische Momentbilder / von Gerhard von Byern
Entstehung
Seite
31
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Die merkwürdigen Freunde

Orestes und Pylades waren was innige Freundschaft anbetrifft Waisenknaben gegen die beiden Freunde, die ich im Sinne habe. Mit stoischem Gleichmnte wandelte der eine seine oft düsteren Pfade, und wie ein Schatten folgte ihm seiir Freund auf dem Fuße. Wo der eine weilte, war auch der andere. Anders war es nicht denkbar. Eigentlich war die Freundschaft etwas einseitig, denn Kasnra war wohl einer idealen Freundschaft überhaupt nicht fähig, war er doch von niederen Instinkten beseelt. Aber der schwarze Ka­simir war treu und ergeben seinem Freunde Kasnra, wie eben nur ein Schaf treu und ergeben sein kann. Kasimn war nämlich wirklich eiir Schaf, noch dazu ein ganz schwarzes, afrikanisches Fettschwanzschaf, während Kasnra ein . . . Schwein, ein wirkliches, richtiges Schwein war. Wäre Ka- sura nicht so furchtbar gleichgültig und egoistisch gewesen, man hätte die Freundschaft der Beiden rührend nennen können. Aber, wie gesagt, Kasnra war eine niedrige Natur. Man sollte glauben, ein Pflanzer hätte Besseres zu tun, als sich für so eine gewöhnliche, oder vielmehr ungewöhn­liche Freundschaft zu interessieren. Nun, man ist doch auch manchmal zu Hanse. Da war es dann immer recht kurz­weilig, zu sehen, wie die beiden Freunde unter den Oleander­büschen im Garten oder im nahen Kautschuk Boxkämpfe aufführten. Der Angreifende war, glaube ich, immer der treue Kasimn. Mit einem Anlauf stürzte er sich auf Kasura und bohrte ihm seinen hornlosen Schädel in die Weichen. Kasura machte daun stets giftige Schweinsaugen und schnappte seinerseits nach Kasimus mageren Hammelbeinen. Oder auch Kasura drehte sich rasch entschlossen um, nahm einen Anlauf und entzog dem, um ihn herumspringenden,