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„August"
Eines Tages kam ein Neger zu mir und brachte mir einen noch jungen Hundsaffen, den er durch einen Steinwurf verletzt und gefangen hatte. Ich nahm das Tierchen zu mir, heilte seine Wunde, und es wurde bald vertraut. Als ich ein halbes Jahr später „drüben" heiratete, war der kleine Kerl schon ein recht munterer und frecher Bursche geworden, der sich bald auch an meine Frau gewöhnte und ihr beim Frühstücken und sogar beim Nähen half, indem er geschickt Nadel und Faden aus dem Stoff zog, was ihm anscheinend einen großen Spaß machte. Ich hatte dem Affen den Namen „August" gegeben. August war wie alle Affen — und insbesondere die Hundsaffen — ein großer Freßsack und ist das bis an sein Lebensende geblieben. Nicht nur, daß er, wenn er nicht an die Kette gelegt war, die Gemüsebeete gründlich plünderte und dabei wahllos Radieschen und Kohlrabi herausriß und fortwarf, nein er tat noch viel Schlimmeres. Eines Tages hatte ich einen Offizier der Schutztruppe bei mir zu Gast. Meine Frau hatte einen wunderschönen Kuchen gebacken und eine Ente gebraten. Beides aber sollten wir nicht verzehren, denn, als wir einmal von Tisch aufstehen mußten, um einen neu hinzukommenden Herrn zu begrüßen, geriet August über den bereitstehenden Kuchen und die soeben servierte Ente und verschwand damit auf eine Palme. Dort saß er nun und warf uns Hinaufschauenden unter schrecklichem Gezeter Kuchenteile und Entenknochen auf den Kopf. Eine sehr böse Eigenschaft hatte August. Er war nämlich ein sehr schlimmer Trinker. Whisky, Vermouth, kurz alles, was alkoholisch war, trank er mit Begier, und es war urkomisch anzusehen, wenn er sich am nächsten Morgen stöhnend den Kopf hielt, weil er, der Affe, einen ausgewachsenen Kater hatte.