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Der Glaube hilft
Es war früh morgens V26 Uhr, und ich stand in einem Schlag der älteren Kautschukpflanzung, um meine Leute zum Zapfen anzustellen. „Wo ist der Aufseher Hamadi?" frug ich einen der Leute, der aus demselben Dorfe Bomandani stammte wie der Aufseher. „Er ist sehr krank, Herr," erwiderte der Mann. „So, dann wirst du die Aufsicht übernehmen, Mdamsa," wandte ich mich an einen der älteren Arbeiter, der schon öfter als Hilfsaufseher fungiert hatte. Dann ging ich von Reihe zu Reihe, prüfte die Eimer, Zapf- mittel und Geräte und wollte mich eben einem anderen Teile der Pflanzung zuwenden, als ich am Straßenrande einen alten, gebückten Mann mit grauem Haar und Bart stehen sah. Es war das der Vater des erkrankten Aufsehers Hamadi. „Suballkher!" begrüßte er mich mit dem arabischen Gruß, und ich gab ihm das übliche „allkher" zurück. „Was willst du, Alter?" frug ich ihn. „Ich höre, dein Sohn ist krank. Was fehlt ihm denn?" „Ach, Herr," klagte der Alte, „mein Sohn ist sehr krank. Er hat Fieber und Verstopfung. Gib mir Medizin." „Du weißt," entgegnete ich, „daß ich hier auf der Pflanzung keine Medizin habe. Geh zu meiner Frau ins Hans und laß dir Medizin geben. Ich habe noch zu tun." Mit einem „evallah, mbwana" (Zu Befehl, Herr) humpelte der Alte davon.
An diesem Tage war gerade Waschtag, ein arbeitsreicher Tag auch für die ostafrikanische Hausfrau. Gerade in diese Arbeit hinein kam nun der Alte mit seinem Anliegen. Sehr viel Zeit hatte meine Frau nicht, aber den Medizin heischenden Greis mußte sie doch abfertigen. Es entspann sich nun folgendes Gespräch, das sich in seiner ganzen Art nur dadurch begreifen läßt, daß eben der Neger recht mundfaul ist