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Shamba, Mpori und Bahari : ostafrikanische Momentbilder / von Gerhard von Byern
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Der Sheitani*)

Glaube und Aberglaube sind eng verschwistert, aber der Aberglaube ist meistens der stärkere von ihnen. Je primi­tiver die menschlichen Naturen sind, um so hartnäckiger schlägt der Aberglaube Wurzel. Deshalb haftet er auch ganz besonders stark bei den einfachen Gemütern unsrer ostafrikanischen Neger, besonders bei den Leuten aus dem Innern. Wir Pflanzer haben viele solche Leute aus dem Innern Ostafrikas unter unsern Arbeitern, besonders die Wasekuma vom Victoria-Nyanza-See und die Wanyamwezi, die in der Nähe von Tabora wohnen, im übrigen aber über ganz Ostafrika verteilt sind, weil sie Wandervögel und Sachsengänger sind. Ich habe die Wasekuma und Wany­amwezi immer sehr gern gemocht, diese braven, dumm­gutmütigen, ungeschlachten, allerdings auch sehr dickköpfi­gen Kerle, die wirklich noch harmlos vergnügt sein können, während der Küstenneger schon reichlich vonEuropens übertünchter Höflichkeit" angekränkelt ist, d. h. nicht mehr ganz so offen und natürlich ist wie die Leute aus dem Innern. Aber ganz furchtbar abergläubisch sind diese Wa­nyamwezi und Wasekuma, und der Sheitani der Teufel spielt bei ihnen eine noch viel größere und wichtigere Rolle als bei den Küstennegern, die allerdings auch täglich Teufelaustreibungen" mit viel Geschrei und Trommel­schlag begehen, wenn ihre Weiber vom Sheitani besessen, d. h. krank sind, oder wenn sie . . . untreu waren. Denn auch daran soll der Teufel oft schuld sein. Eine sehr be-

*) Sheitani wird bei den Suahelis der Teufel genannt zum Unterschied von mbilishi, was der böse Geist bedeutet. Sheitani kommt von dem arabischen shetan der Teufel her. Türkisch shattan.