Vorwort
Es ist eine altbekannte Tatsache, baß Momentphotogra- phien oft viel charakteristischer sind als Bilder, die der Photograph macht. So geht es auch mit Erzählungen aus einem fremden Lande. Wenn ich in Folgendem in bunter Reihenfolge meinen Lesern eine größere Zahl ostafrikanischer Momentbilder vorführe, so glaube ich, damit deutlicher zu sprechen, als wenn ich ein dickleibiges Buch über das Leben in Ostafrika schreibe. Diese Momentbilder stellen nur Selbst- erlebtes und Selbstgeschautes dar und halten sich durchaus an die Wahrheit ohne Zuhilfenahme der Phantasie. Das, was ich erlebt habe, erzähle ich wieder, oder wenigstens einiges davon. Ich habe eine Dreiteilung getroffen: Sham- b a (die Pflanzung), Mpori (der Steppenbusch), und Ba- hari (das Meer). Im ersten Teil wird von einigen harmlosen Erlebnissen im Pflanzerleben die Rede sein. Der zweite Teil redet von weniger harmlosen Dingen, von Raubtierjagden, aber auch von der herrlichen Steppenjagd. Der dritte Teil endlich behandelt einige Erlebnisse znr See, wie sie nur der durchmacht, der wie ich viele Jahre an der ostafrikanischen Küste lebte, und für den der Wasserweg die einzige oder wenigstens beste Verbindung mit der nächsten Stadt war.
Es ist mein Wunsch, daß die bunte Bilderreihe von meinen Lesern einer freundlichen Betrachtung unterzogen werden möge. Es wird, wie gesagt, nur Wahres erzählt, und weder Jägerlatein noch durch Tropenkoller entstandene Übertreibungen haben Eingang in dieses Büchlein gefunden.
Der Verfasser