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Bereits an früherer Stelle haben wir gesehen, daß ein Tropenhaus für Europäer, wenn irgend möglich, inmitten eines freien Gartenplatzes liegen sollte. Viel diskutiert ist darüber, ob es überhaupt zweckmäßig ist, eine reichliche Vegetation in der nächsten Umgebung des Hauses zu dulden. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß eine solche den Moskitos ein sehr erwünschter Aufenthalts- und Zufluchtsort ist, daß sie sich in derselben tagsüber gegen Sonne, Wind und Regen verstecken und abends von da ihre Nahrungs- tlüge unternehmen können. Dementsprechend müssen wir raten, an malariaverseuchten Plätzen die Umgebung des Hauses frei von höheren Bäumen und Pflanzen zu halten und sich auf niedrige rasen- und beetartige Anpflanzungen zu beschränken. Wohl zu beachten ist, was wir Ihnen über die Gefährlichkeit stagnierender Wasseransammlungen in der Nähe der Niederlassung als Brutstätten der Moskitos gesagt haben. Die Mittel, die Fauna solcher Sümpfe zu töten, wenn eine Beseitigung durch Abgraben, Drainieren oder Zuschütten nicht möglich ist, haben wir besprochen. Petroleum in dünner Schicht und verschiedene chemische Stoffe in stärkster Verdünnung können sich dazu nützlich erweisen. Wenn man auch von ihnen eine Wirksamkeit im großen nicht erwarten darf, etwa in dem Sinn, daß man einen merkbaren Einfluß auf die Zahl der Moskitos im ganzen ausübt, so sind sie doch geeignet, die Menge der in unmittelbarer Umgebung des Hauses zur Entwicklung gelangenden Feinde sehr erheblich zu vermindern.
Siebzehnte Vorlesung.
Stationsanlagen in (len Tropen.
Auswahl des Platzes. Auswahl der Arbeiterschaft. Räumliche Trennung des Europäer- und des Farbigenlagers. Sanitäre Kontrolle. Ohininbehandlung und Prophylaxe. Mückensichere Stationshäuschen. Sorge für unschädliches Wasser. Nahrungsmittel. Plan für größere
Anlagen.
Von der größten Bedeutung für das Wohlbefinden des Kolonisten in den Tropen und für die möglichste Vermei-