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Für Sie kann das gar nicht in Betracht kommen. Beschränken Sie sich darauf, dem Kranken eine bequeme Lagerstätte und hinreichende Ptiege durch seine Angehörigen zu geben und ihn stets genügend mit kühlen Getränken zu versehen; wenn er durchaus nach Medizin verlangt, geben Sie ihm alle 2 bis 9 Stunden etwa einen Esslöffel einer dünnen Salzsäureoder Antipyrinlösung, welch letztere die subjektiven Beschwerden in vielen fieberhaften Zuständen zuweilen etwas zu mildern vermag, ohne natürlich auf den Krankheitsprozeß selbst von irgend welchem wesentlichen Einfluß zu sein.
Zehnte Vorlesung.
Magen- und Darmkranklieiten in den Tropen.
Diät in den Tropen. Verdauungsstörungen durch klimatische, medikamentöse und infektiöse Einflüsse. Einfache Magenkatarrhe durch Chinin. Dysenterie. Erscheinungen und Behandlung. Darmparasiten.
An Bedeutung gleich nach den schweren Infektionskrankheiten und oft nicht minder verderblich, weil vielfach ebenfalls durch Infektionen hervorgerufen, kommen beim Europäer, wie beim Eingeborenen in den Tropen die Erkrankungen des Magens und des Darms. Wir haben Ihnen in einer unserer ersten Besprechungen bereits die Rolle angedeutet, welche der Magen und Darm im Haushalt des menschlichen Körpers spielen. Sie haben gehört, daß es ihre Hauptaufgabe ist, dem menschlichen Körper durch Vermittlung der Nahrung die Wärmemengen zuzuführen, welche dieser braucht, um seine Temperatur auf einer gleichmäßigen, diejenige der Umgebung im allgemeinen beträchtlich übersteigenden Höhe zu erhalten, und andererseits, ebenfalls mit der Nahrung, die Ersatzstoffe für seine bei der Muskelarbeit verbrauchten zelligen Bestandteile zu liefern. Die Voraussetzung ist ja naheliegend, daß in einer warmen Umgebung das Bedürfnis nach der Zufuhr solcher erwärmenden Substanzen ein geringeres ist als im kalten Klima, ähnlich wie ein Ofen im allgemeinen im gemäßigten Klima weniger Brennmaterial