Einleitun
Meine Herren! Seien Sie willkommen und möchten die Vorträge, zu welchen wir uns in diesem Semester zusammen- tinden, Ihr Interesse für Tropenhygiene erwecken und den damit verbundenen Zweck erreichen, Sie nämlich die Gefahren, welche Ihnen im Dienst der deutschen Kolonisation durch das tropische Klima drohen, klarer erkennen zu lehren und Ihnen zu zeigen, welche Mittel uns die Wissenschaft und Erfahrung in die Hand gibt, um sie zu vermeiden, und wenn wir sie nicht vermeiden können, sie zu bekämpfen und nach Möglichkeit unschädlich zu machen.
Es wird vielfach als etwas Mißliches angesehen, mit Laien über medizinische Dinge zu verhandeln, und es ist die Ansicht weitverbreitet, daß dadurch mehr Schaden als Nutzen geschaffen wird. Das mag für eine zivilisierte Gegend zutreffen, wo es einem jeden leicht ist, sich jeden Augenblick von einem Sachverständigen, also einem Arzt, Rat zu holen über das, was er zur Erhaltung seiner Gesundheit und zu ihrer Wiederherstellung in Erkrankungsfällen zu tun hat. Für die Gegenden, in welche Sie sich herausznbegchen gedenken, entbehrt diese Ansicht der Berechtigung. Wer wie wir über acht Jahren im Kolonialdienst stand und auf zahlreichen Reisen viele tropische Kolonien und die Lebensbedingungen ihrer Bewohner kennen gelernt hat, der hat es an sehr vielen Beispielen erfahren, wie dringend notwendig es ist, daß der Europäer draußen, welchem Stande er auch angehört, eine Vorstellung von der Verhütung und Behandlung der wichtigsten ihn bedrohenden Krankheiten hat, sowie von der Art, wie er sein Leben unter den fremdartigen Ver-
Plehn, Troponhygieno. 2. Aufl. 1