Vorwort.
Eine längere Zeit unfreiwilliger Muße veranlaßt mich, der Anregung einiger meiner Hörer Folge zu leisten, indem ich die Vorträge, welche ich im vergangenen Semester am Seminar für orientalische Sprachen in Berlin über Tropenhygiene gehalten habe, einem größeren Kreis von Interessenten zugänglich mache. Die Erfahrung muß lehren, ob das so entstandene kleine Buch seinem Zweck, ein brauchbarer Ratgeber für die große Zahl von Kolonialpionieren zu sein, welche gezwungen sind, ohne die Möglichkeit ärztlicher Beratung sich ihr Leben draußen einzurichten und ihre Krankheiten zu behandeln, entsprechen wird. Daß das Bedürfnis nach einem solchen Buch in der Tat vorliegt, ist mir im Lauf meiner mehrjährigen tropenärztlichen Tätigkeit unzweifelhaft geworden. Die vorhandenen kleinen Werke, welche den gleichen Zweck verfolgen, sind, so gut sie ihrer Zeit dem Standpunkt der Wissenschaft entsprochen haben mögen, inzwischen durch die Fortschritte derselben, namentlich auf dem an praktischer Bedeutung weit voranstehenden Gebiet der Malariahygiene ausnahmslos überholt worden.
Obgleich das kleine Buch in erster Linie für den gebildeten und zum Nachdenken befähigten Laien berechnet ist und obgleich ich mich bemüht habe, aus demselben alles fernzuhalten, was für einen solchen nicht ohne Spezialkenntnisse verständlich ist, so findet doch vielleicht auch der angehende Tropenarzt darin einiges, was ihm in der ersten Zeit der Unsicherheit nicht ganz wertlos ist.
Davos, im Sommer 1901.
Der Verfasser.