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Gründungs-Versammlung des Deutschen Ausland-Museums Stuttgart : Museum und Institut zur Kunde des Auslanddeutschtums und zur Förderung deutscher Interessen im Ausland ; 10. Jan. 1917
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andererseits eine Eigentümlichkeit, die ihr eine ganz andere Bedeutung gibt Sie dient nur dem Gemeinwohl und nicht der Bereicherung des Einzelnen.

Wem es vergönnt ist. wie ich es von mir sagen kann, der Tätigkeit des Konsuls Wanner näher zu treten, der wird freilich bald erkennen, worin diese Wünschelrute eigentlich besteht. Sie besteht aus Arbeit, aus umsichtiger Arbeit, welche den richtigen Zweck sieht und mit kluger Ueber- legung die geeigneten Mittel findet, aus energischer rastloser Arbeit, welche sich durch Fehlschläge und Hindernisse nicht entmutigen lässt, sondern aus ihr eine Anregung zu neuen Versuchen entnimmt und aus selbstloser Arbeit, welche die eigenen Interessen vor idealen Zwecken zurücklreten lässt. Diese staunenswerte energische und aufopfernde Arbeit des Konsuls Wanner ist es, die ihm seine Erfolge geschafft hat. ihr danken wir die Gründung des Ausland-Museums und sie verbürgt uns auch das weitere Gedeihen des neuen Instituts. Deshalb bitte ich sie mit mir in den Ruf einzustimmen. Konsul Wanner, der Meister der gemeinnützigen Wünschelrute, er lebe hoch.

Oberbürgermeister Habermehl, Pforzheim.

Ich habe mich, ehe ich mich erhob, sorgfältig im Saale umgeschaut und als ich auf aller Antlitz den Wunsch las, es möchte doch bald wieder eine Rede kommen, habe ich mich entschlossen zu sprechen.

Ich möchte zuförderst auch noch danken, dass Pforzheim als einer nichtwürftembergischen Stadt die Ehre einer Einladung zuteil ward, dass mir so Gelegenheit wurde. in dieser für Gemeindevorsteher schweren Zeit auch einmal einen freudigen Tag zu erleben. Ganz besondere Freude hat mir dabei die herrliche Versammlung gemacht, das Herz hat mir im Leibe gelacht, da alles so glatt ging, wie heute in keinem Parlament mehr, weder in einem staatlichen noch städtischen, da alles von dem Präsidenten vorgebrachte angenommen wurde, alles, allerdings bestens vorbereitete vollstes Lob erhielt und sich zu richtiger Zeit die richtigen Männer fanden, um jeweils zu begründen, dass man nur den Vorschlag des Präsidiums annnehmen könne.

Ich bin wohl auch nicht unberechtigt, hier zu sprechen, da wohl keine grössere Stadt dem württembergischen Lande und Stuttgart so nahe liegt, als Pforzheim, das seine im Frieden tätigen 34000 Arbeiter, die aus 100 Ortschaften kommen, zu mindestens 50°/o aus Württemberg bezieht, dessen Einwohner vielleicht zur Hälfte oder mehr aus jetzigen