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So möge denn, was im Kriege gesäel wurde, im Frieden reiche Frucht bringen. An uns, den deutschen Universitäten soll es nicht fehlen, wenn es gilt, das Pflänzlein zu pflegen und zu hüten.
Vivat, crescat, floreat in aeternum!
Prof. Dr. Ad. Sauer
Rektor der K. Technischen Hochschule Stuttgart und als Vertreter der K. 1 echnischen Hochschule Aachen und der K. Sächsischen Technischen Hochschule Dresden.
Wir alle sind uns bewusst, dass die Beschaffung eines /Museums für das gesamte Auslanddeutschtum eine grosse Kulturaufgabe bedeutet und wir fühlen uns auch stark genug, diese Aufgabe selbst inmitten des Weltkrieges ungesäumt in Angrift zu nehmen, sie gehört mit zu den Kriegszielen, zu denjenigen Kriegszielen, über die wir nach freiem Ermessen entscheiden können. Kultur ist Kraft und deutsche Kultur eine besondere Kraft. Unsere Feinde haben sie verspürt. Sie steckt zum guten Teil in unserem deutschen Schulsack.
In den langen Friedensjahren waren wir vielfach recht verschwenderisch mit dieser Kraft und haben sie oft genug achtlos an das Ausland abgegeben. Das muss jetzt anders werden. Es geht zwar keine Kraft verloren, wie uns Rob. Mayer gelehrt hat. auch nicht aul geistigem Gebiete Aber wenn sie in das Ausland abfliesst, wenn ihre Verbindung mit dem Vaterlande abgeschnilten wird, geht sie dem Vaterlande verloren. Das müssen wir in Zukunft hindern, dafür sorgen müssen wir. dass die lebensvolle Verbindung mit dem grossen Sammelbechen unserer Kultur dem deutschen Vaterlande, erhalten bleibt und dieses selbst nicht zu eng wird.
Gerade die technischen Hochschulen haben jederzeit wertvolle Kräfte an das Ausland abgegeben. Kulturpioniere im besten Sinne des Wortes. Aul diese dürfen wir in Zukunft nicht verzichten. Zusammenfassung und Organisation heisst auch in dieser Beziehung unser Ziel, dieses Ziel strebt das Museum für das Deutschtum an, an diesem Ziele werden wir, die deutschen technischen Hochschulen in eigenem Interesse nach besten Kräften mitwirken.