deutschen Sicdelungen auch die lehte Spur verschwunden sein: da wird es Aufgabe des Museums sein, die Kunde an diese deutschen Niederlassungen zu bewahren und der Nachwelt zu überliefern. Im Uebersee- deutschtum bereitet sich eine starke Bewegung vor, zur Heimat zurückzukehren. getragen von dem Gedanken, die Kräfte, die der Krieg für immer vernichtet hat. zu ergänzen. So wird auch im neutralen Gebiete manches Merkmal des Deutschtums verschwinden. Auch hier wird das Museum ein Bild des Lebens dieser Pioniere des Deutschtums bewahren.
Aber das Museum will mehr: Es will ein Bindeglied sein zwischen den Deutschen in der Heimat und den Deutschen im Auslande, und da berührt es sich mit Bestrebungen, die nach dem Kriege mit voller Kraft aulzunehmen wir allen Anlass haben. Wer kann unter uns zweilein, dass aus diesem Kriege das Deutschtum mit einem ungeheuren Zuwachs an Kraft, Macht und innerer Stärke hervorgehen wird, und dass es aus diesem Machtzuwachs heraus den Wunsch und die Aufgabe in sich fühlen wird, die Fäden zwischen allen deutschen Volksgenossen aut dem Erdball und der Heimat fester zu ziehen und stärker zu machen!
Sind so die Aufgaben des Museums gross und vielseitig, so gehört doch ein ganz besonderer Mut dazu, gerade jetzt an diese Aufgaben heranzutreten. Das bringen vielleicht von den deutschen Stämmen nur die Schwaben zuwege, bei denen das hübsche Wort geprägt ist: „Der Sdiiller und der Hegel, das ist bei uns die Kegel!"
Möge das Deutsche Ausland-Museum unter der erhabenen Schirmherrschaft des württembergischen Königshauses, gefördert von einer weit- blidcenden Staatsverwaltung, getragen von dem Vertrauen und der Sympathie ganz Deutschlands, daheim und draussen seine hohen Aufgaben erfüllen, ein Mehrer an deutschem Ansehen zu werden und eine Pflanzstätte" deutscher Kultur in einem durch siegreichen Frieden gestärkten und umschirmten Deutschland!
Staatsminister Dr. E. v. Knilling
K. Bayer. Ministerium der Kirchen- und Schulangelegenheiten, München.
Für die Königlich Bayerische Regierung habe ich zugleich namens des zu seinem lebhaften Bedauern am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden im Ministerrate, des K. Staatsministers des K. Hauses und des Aeussern Dr. Grafen von Hertling die Ehre für die liebenswürdige Einladung zur heutigen Gründungsversammlung den verbindlichsten Dank auszusprechen.