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Gründungs-Versammlung des Deutschen Ausland-Museums Stuttgart : Museum und Institut zur Kunde des Auslanddeutschtums und zur Förderung deutscher Interessen im Ausland ; 10. Jan. 1917
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das verstanden in dankbarer Erinnerung an die fruchtbare Tätigkeit der Schwaben, die als Auslandpioniere in die ganze Welt gegangen sind, und an das, was der Stuttgarter Handelsgeographische Verein mit seinem Lindenmuseum geschaffen hat. Der württembergische Staat wird das darf ich namens des Staatsministeriums versichern die nachhaltige Unter­stützung des Unternehmens, das nun in seiner Hauptstadt ins Leben treten soll, als eine Ehrenpflicht ansehen. Ich freue mich, zum vorläufigen Be­weis dessen mitteilen zu können, dass das württ. Kultministerium dem Museum aus einem Eonds, den ihm einige hochherzige Stifter zu freier Verfügung übergeben haben, demnächst die Summe von 100000 Mark überweisen wird. Ich hoffe, dass das Deutsche Ausland-Museum, das heute trotz allen Nöten des Kriegs unter so günstigen Vorzeichen zur Tat werden soll, im künftigen Frieden mit dem grossen deutschen Vater­land leben und wachsen wird, ein dauerndes Zeichen dafür, dass unser Volk sich bewusst hinter seine Söhne in der Fremde stellt!

Dr. C. Uhlig

Professor der Geographie an der Universität Tübingen

Das Auslanddeutschtum bildet ein tür die fremden Völker aufge­schlagenes Buch mit einem reichen, wenn auch oft recht widerspruchsvollen Inhalt. Es gibt den ersten einfachen Unterricht im Deutschen, zugleich den einzigen für die unendliche Mehrzahl der Bewohner fremder Länder. Zweilellos haben die andern grossen Nationen sich nicht annähernd so sehr um die Kenntnis von uns bemüht, wie wir um die von ihnen. Doch darin sind sidi Feind und Freund mit uns einig, dass das Ausland­deutschtum eine ganz gewaltige Bedeutung für die übrige Welt besass und besitzt. ^Blicken wir auf die Namen, die in Englands Bankwesen schwersten metallischen Klang haben, auf den mächtigen Anteil deutscher Firmen und leitender Kräfte an der französischen Industrie, überlegen wir uns, dass der grösste Teil von Russlands Industrie auf deutscher Intelligenz, deutschem Fleiss und deutschem Geld beruhte, denken wir an die Unzahl deutscher Firmen in allen Teilen Amerikas, in Südafrika, Australien und Ostasien! Und zu dem Gewicht aller dieser Namen kommt in vielen Ländern das der Zahl. Ich erinnere nur daran, dass in Russland weit über zwei Millionen Menschen deutsche Muttersprache hatten: sie waren der Eckstein der Landwirtschaft in dem hiefür aus-